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Stern, Stein, Winkelmaß - über das Freimaurertum

03.05.2006 to 03.05.2006

Stern, Stein, Winkelmaß - über das Freimaurertum

ART


Stern, Stein, Winkelmaß - über das Freimaurertum

Date

wed, 03.05.2006
20.00 h - 21.00 h

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May 2006
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Vortrag, neue Fotoarbeiten und Diskussion mit Angela Dorrer sowie verschiedenen Gästen aus Freimaurerlogen.

Moderation: Günther Friesinger / monochrom

Das freimaurerische Denken und Wirken gibt bis heute Anlass zu Spekulationen undProjektionen. Die Veranstaltung "Stern, Stein, Winkelmaß" beleuchtet aus künstlerischer,
historischer und aktueller Sicht Inhalte der Freimaurerei.  Angela Dorrer (D/CAN, Artist-in-Residence quartier21) führt in das Feld ein und stellt neue Fotoarbeiten vor, die sich mit dem Thema beschäftigen. Die Diskussion mit mehreren Gäste aus unterschiedlichen Wiener Logen leitet Günther Friesinger (monochrom).

Die Freimaurerei entwickelte sich aus der handwerklichen, wissenschaftlichen und religiösen Tradition mittelalterlicher und neuzeitlicher Bauhütten. Im ausgehenden 18. Jahrhundert und in der Aufklärung erlebte sie eine Blüte. Berühmte Mitglieder waren  u.a. Goethe, Herder, Schelling und Mozart. Heute ist die Freimaurerei eine in der Gemeinschaft praktizierte Spiritualität, die netzwerkartig religions- und länderübergreifend wirkt. Insgesamt geht man heute von etwas weniger als 3 Millionen FreimaurerInnen weltweit, die in ca. 50 000 Männer-, Frauen- oder „gemischten“ Logen Mitglieder sind. Toleranz und Menschlichkeit im Sinne der Aufklärung sind oberstes Gebot, so gehören die Mitglieder einer einzelnen Loge unterschiedlichen Religionen und Kulturen an. Zentral ist die regelmäßige spirituelle Arbeit im Tempel, die Außenstehenden jedoch verschlossen bleibt. Zugang zum Tempel erhält nur, wer nach eingehender Prüfung und mit einem Bürgen als „Lehrling“ in eine bestimmte Loge aufgenommen und dort in die  Symbolik und ersten Rituale  „eingeweiht“ wird.

In fotografischen Stilleben untersucht und kommentiert Angela Dorrer die zentralen Symbole der Freimaurerei. Zu den wichtigsten Symbolen zählen Winkelmaß, Zirkel, Kelle, Senkblei, Hammer, Meißel, der unbehauene Stein, Schnur, Zollstab, Wasserwaage, Sonne, Mond oder der glatte Stein. Jedem Objekt kommt eine bestimmte Bedeutung zu, so steht beispielsweise das Senkblei stellvertretend für ‚Wahrheit und Geradlinigkeit im Handeln’. Die Bilder werden zu täglich aufgezeichneten Gedanken und zur persönlichen Auseinandersetzung mit den Bedeutungen der Symbole. Der Ausdruck ist konzentriert. Die Objekte gewinnen ein Eigenleben. „Nicht das Werkzeug zählt, sondern das Abstrakte, das dahinter steckt.“ (Gerald Martinek, Stuhlmeister der Loge „Perpetuum Mobile“, Wien). Das Bild soll für den Betrachter Bedeutung transportieren ohne dass er die Bedeutung der Symbole kennen muss.

Angela Dorrer arbeitet in den Bereichen Konzept, Fotografie und Performance und ist Mitgründerin der program angels/lothringer13 in München. 

Mi 03.05.06, 20h

Ort: MuseumsQuartier Wien, Ovalhalle, Museumsplatz 1, 1070 Wien
Info: www.andorrer.de 

Foto: "Sonne, Mond, Wasserwaage, 15.02.2006", Angela Dorrer

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