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Rod Dickinson: Zero Sum

Rod Dickinson: Zero Sum

Zero Sum besteht aus einem Lehrfilm und einer Rollenspiel-Installation mit vier simultanen Audiokanälen. Rod Dickinson untersucht, wie sich softwaregesteuerte Computersysteme auf das menschliche Verhalten auswirken und wie rechnerische und mathematische Modelle u. a. zur Vorhersage von Verhaltensweisen verwendet werden. Die BesucherInnen werden eingeladen, in einer klassischen spieltheorethischen Dilemma-Situation mitzuspielen, durch die sie ein virtueller Moderator führt. In der simulierten Dilemma-Situation wird Kooperation bzw. Nichtkooperation modelliert – es geht darum, wie über Einsatz, Nutzen- und Risikoeinschätzung Kooperation bzw. Nichtkooperation entsteht.
Über Audiokanäle hören die BesucherInnen von SchauspielerInnen vorgetragene Berichte von Angestellten, die in Callcentern, Supermärkten oder Vertriebszentren arbeiten. Sie erzählen von ihrer Eingebundenheit in automatisierte Arbeitsabläufe, schildern damit verbundene emotionale Auswirkungen auf die Belegschaft.
Die auf Interviews basierenden Berichte zeigen in der Verbindung mit einem klassischen Spieltheorie-Dilemma (The Volunteer’s Dilemma oder »The Free Rider Problem«), dass in automatisierten Arbeits-Umgebungen Entscheidungen äußerst begrenzt bzw. programmiert sind. Rod Dickinson verbindet die Erfahrungen der Angestellten mit jenen der AusstellungsbesucherInnen dadurch, dass auch ihre Entscheidungen im Rollenspiel nicht nur begrenzt, sondern im Skript bereits vorgezeichnet bzw. getroffen wurden. Rod Dickinson untersucht, wie durch Eingliederung in automatisierte Systeme individueller Handlungsspielraum eingeschränkt und kontrolliert wird, legitimiert durch Optimierung (optimierte Entscheidungen), maskiert als Freiheitszugewinn und Effizienz.

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