09.02.2026 bis 15.04.2026 - MQ Schauräume, TONSPUR_display
Leo Schatzl: Stein vom schweigenden Stern
FREIER EINTRITT, KUNST
Leo Schatzl: Stein vom schweigenden Stern
09.02. – 15.04.2026
TONSPUR_display | MQ Schauräume, Eintritt frei
Eröffnung: So 08.02.2026, 17h
in Anwesenheit des Künstlers Leo Schatzl
Begrüßung: Georg Weckwerth, TONSPUR Kunstverein Wien
Einleitende Worte: Friedrich Schwarz, Botaniker
Das Objekt ist die künstliche Nachbildung eines Findlings. Es besteht nicht aus Gestein, sondern aus Silikon, einem weichen, körperähnlichen Material. Es besitzt keine geologische Herkunft und teilt weder Gewicht, Kälte noch Alterungsprozesse natürlicher Steine. Das Objekt bewegt sich nicht im Raum. Es erzeugt lediglich eine innere Bewegung in Form eines Pulsierens. Diese Bewegung hat keinen Zweck und übermittelt keine Information. Sie simuliert Aktivität, ohne eine Handlung auszuführen oder auf etwas zu reagieren.
Steine gelten kulturell als Träger von Zeit, Spuren und geologischen Prozessen sowie als Voraussetzung biologischer Entwicklung. Zugleich werden sie als stille, unbewegte und gleichgültige Körper wahrgenommen und in vielen Kontexten als Medium oder kultisches Objekt verstanden. Diese Bedeutungen bilden den Hintergrund für die Wahrnehmung des Objekts. Das Objekt selbst äußert nichts. Bedeutung entsteht durch die Erwartungen der Betrachtenden. Form und Bewegung lösen Deutung aus, ohne Inhalt zu liefern. Der Körper wird als Gegenüber gelesen, obwohl er kein solches ist.
Der Titel stellt einen Bezug zu einem fremden Ursprung her. Er beschreibt den Körper als etwas, das nicht von hier stammt, und verbindet ihn mit der Vorstellung unlesbarer Information.
Leo Schatzl, *1958 in Obernberg am Inn, Österreich, lebt und arbeitet in Linz.
Bild © Leo Schatzl






