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Eva Seiler: SPINSTERHOOD

26.03.2026 bis 14.06.2026 - MQ ART BOX, Hof 1 / MQ Haupthof

Eva Seiler: SPINSTERHOOD

FREIER EINTRITT, KUNST


Eva Seiler, Spinster, digitale Collage, 2026 © Bildrecht, Wien 2026 Eva Seiler, Spinster, digitale Collage, 2026 © Bildrecht, Wien 2026

Eva Seiler: SPINSTERHOOD
26.03. – 14.06.2026, in der MQ ART BOX

Eröffnung: Mi. 25.03., 18:00, MQ ART BOX, Eintritt frei

Mit ihrer Installation SPINSTERHOOD untersucht Eva Seiler die Verflechtung von Maulbeerbaum, Seidenraupe, Spinnerin und Maschine als Netzwerk wechselseitiger Abhängigkeiten. In dieses Gefüge bringen menschliche wie nicht-menschliche Körper ihre jeweiligen Fähigkeiten ein. Gleichzeitig werden sie selbst durch die industriellen Produktionsprozesse geprägt. Seiler thematisiert so den Produktionszwang der Industrialisierung und stellt eine Parallele zu unserer heutigen Gesellschaft her, in der Produktivität und Optimierung zentrale Interessen sind. Letztere zeigen sich auch in der Geschichte der Seidenraupenproduktion: Selektive Züchtung veränderte gezielt die Körperform der Seidenraupe; parallel dazu prägten Maschinen und lange Arbeitszeiten den menschlichen Körper.

SPINSTERHOOD zitiert architektonisch anmutende Elemente und räumliche Setzungen, die an Dachböden, Webstühle oder Laboratorien erinnern. Diese verweisen auf Produktionsorte, an denen biologische, menschliche und maschinelle Körper zusammenwirken. So wird die Seidenraupe hier zum Sinnbild von Arbeitsbedingungen, Kontrolle und Transformation. Entgegen der verbreiteten Annahme, die Seidenraupenzucht sei ausschließlich im asiatischen Raum verbreitet, deutet SPINSTERHOOD zudem auf einen lokalen Kontext: Wien war über Jahrhunderte ein Ort der Seidenproduktion, Maulbeerbäume prägten das Stadtbild. Das Gebiet des heutigen siebten Wiener Gemeindebezirks, in dem sich das MuseumsQuartier befindet, galt im 18. Jahrhundert als Zentrum der Wiener Seidenfabrikation. Straßennamen wie Seidengasse erinnern noch heute an diese nahezu vergessene Vergangenheit.

Über seinen Titel verweist SPINSTERHOOD darauf, dass die Seidenproduktion häufig von unverheirateten Frauen (engl. spinsters) geleistet wurde. Im Titel findet sich aber auch das Wort sisterhood, ein Begriff, der eng mit Solidarität und Selbstermächtigung verbunden ist. Ähnlich wie die Seidenraupe mit ihrer wandlungsfähigen Gestalt den menschlichen Körpernormen nicht entspricht, entzog sich die „Spinster“, freiwillig oder unfreiwillig, den gesellschaftlichen Konventionen von Ehe und Reproduktion. Seiler entwirft mit SPINSTERHOOD eine Erzählung, in der Transformation als widerständige Praxis verstanden werden kann.

In Kooperation mit der Klima Biennale Wien

Bildcredit: Eva Seiler, Spinster, digitale Collage, 2026 © Bildrecht, Wien 2026

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