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MQ Art Box

MQ Art Box

Die MQ ART BOX im Haupthof des MuseumsQuartier Wien zeigt wechselnde Installationen von zeitgenössischen Künstler:innen. Der transparente Kunstraum interagiert mit dem öffentlichen Raum. Das Ausstellungsprogramm offeriert Einblicke in zeitgenössische künstlerische Praxen und Diskursfelder.

Shahrzad Nazarpour
Hair, Stones and Voices
23.05. – 25.05., 16 - 20h | MQ Art Box

Freiheit manifestiert sich sowohl als kollektiver als auch individueller Widerstand. Mit dem Zitat "Freedom is a daily practice" wird sich die Performancekünstlerin Shahrzad Nazarpour in ihrer Serie von Aufführungen "Hair, Stones and Voices" mit revolutionären Existenzformen und politischen Körpern auseinandersetzen.
Auf der ganzen Welt kämpfen noch FLINTA* Personen in unterschiedlichen Formen, Arten und Weisen für ihre Emanzipation. Leider werden viele selten ernst genommen und in die Solidaritätspraktiken im westlichen Kontext kaum inkludiert. In der Performance-Serie "Hair, Stones and Voices" liegt der Fokus auf der Emanzipation von FLINTA* Personen im Iran und Afghanistan, um zu zeigen, wie sie jeden Tag ihr Leben für Gerechtigkeit riskieren. In diesem Kontext und in dieser Debatte nimmt jedes Körperteil dieser Personen eine politische Bedeutung ein.
In der Performance-Serie werden die Haare die Rolle der Protagonistin einnehmen. Shahrzad Nazarpour bezeichnet ihre Haare als ein Symbol des Widerstands, der Solidarität und als politisches Statement. Die Performance "Hair, Stones and Voices" ruft nicht nur zur Solidarität mit FLINTA* im Nahen Osten auf, sondern erinnert uns auch an die Emanzipation für eine globale Freiheit.

Shahrzad Nazarpour arbeitet seit 2020 an dieser Performance-Serie und hat verschiedene Teile davon inszeniert. Sie setzt sich in ihren Arbeiten mit Themen wie politische Körper, koloniale Fantasien und verschiedene Formen der Diskriminierung auseinander, indem sie Theater, Tanz und Performance-Kunst kombiniert.

Konzept & Performance: Shahrzad Nazarpour
Produktionsleitung: Iva Marković
Videodokumetation: Osama Rasheed
Fotodokumentation: Murtaza Elham

Gefördert von Stadt Wien, aus dem Kulturbudget des Bezirks Neubau und KÖR Kunst im öffentlichen Raum Wien.

 

Foto: © Erik Vacev

 

Weitere Performances:
11. – 13.07.2024, 16.30 – 20.30h: Stand 129, Viktor-Adler-Markt 129, 1100 Wien
8. – 10.08.2024, 16.30 – 20.30h: Kubus EXPORT, Hernalser Gürtel 56, 1080 Wien

VORSCHAU

© Herbert De Colle, Bildrecht Wien 2024

Herbert De Colle
EMOTION

Eröffnung: Mo 03.06.2024, 19h
04.06. – 18.08.2024
MQ Art Box

Herbert De Colle greift in seiner künstlerischen Arbeit auf Zeichen, Codes und Begriffe der Pop- und Subkultur zurück, die sich in die jüngere Kulturgeschichte eingeschrieben haben. Solche Symbole, Bilder und Worte sind eng verknüpft mit bestimmten Szenen, Einstellungen und Attitüden, mit allgemeingültigen und individuellen Werten, mit Sehnsüchten und Klischees. „PEACE“ „LOVE“ oder „NEON“ setzt De Colle als Wortbild, Objekt oder Skulptur um, steigert ihre Wirkungsmacht, indem er sie eindeutigen Kontexten entzieht. Martin Fritz beschreibt dies treffend: „Herbert De Colle bewegt sich souverän durch die Zeichen- und Bildwelten der letzten Dekaden, doch nie nostalgisch – höchstens mit einer präzis abgewogenen Dosis Sehnsucht, die allen vertraut ist, die die romantisierten Höhepunkte der jüngeren Pop- und Jugendkulturgeschichte nur aus zeitlichem und räumlichem Abstand verfolgen konnten. Als ein im Jahr 1978 geborener Künstler verfügt De Colle über Bilder, Stile und Referenzen, die bereits historisch waren, als er sie für sich entdeckte.“
Als Arbeitsmaterial verwendet der Künstler vorwiegend Papier, das eine zeitaufwendige handwerkliche Bearbeitung erfährt, etwa wenn er Plakate in filigrane Streifen schneidet, die sich dann im Rahmen wellen.
In der MQ Art Box installiert Herbert De Colle eine raumspezifische Variation seiner seit 2018 fortlaufenden Serie EMOTION. Ein Kreis, zwei Punkte als Augen und eine Linie als Mund – der Smiley, 1963 vom Grafikdesigner Harvey Ball entworfen, ist eines der bekanntesten und ikonischsten Symbole der Popkultur und visuelle Referenz dieser Arbeit. Die kulturelle Bedeutung des Smiley-Icons erstreckt sich über Generationen und Kontinente. Ursprünglich als einfaches grafisches Element für eine interne Firmenkampagne entwickelt, erlangte der Smiley weitreichende Popularität und wurde zu einem universellen Symbol für Freude, Zufriedenheit und Positivität. Darüber hinaus hat der Smiley im Laufe der Zeit in verschiedenen Subkulturen und Bewegungen unterschiedliche Anwendungen und Interpretationen erfahren.
De Colles Smileys bestehen aus handgefertigtem Pappmaschee, haben einen Durchmesser von je 130 cm und sind in einem sanften Pastell-Mintgrün gehalten. In der MQ Art Box sind siebzig dieser Smileys an transparenten Schnüren aufgehängt, sodass sie, einer Wolkenformation gleich, im gläsernen Kunstraum zu schweben scheinen. Obwohl die Smileys auf den ersten Blick identisch erscheinen, offenbaren sie bei genauerem Hinsehen ein erstaunliches Spektrum an Ausdrücken, eine nuancierte Mimik, die wir zu interpretieren versuchen – der Gesichtsausdruck als Grenzbereich zwischen innerem Erleben und Außenwelt, als Maske, als nonverbales Kommunikationsmittel. Es sind staunende, zweifelnde, überraschte, zurückhaltende, enttäuschte, bestürzte, erwartungsvolle Gesichter, die uns entgegenblicken. Nur selten lässt sich ein Lächeln erahnen. „Alles ist eine Projektion“, ein Zitat, das dem Schweizer Psychiater und Analytiker Carl Gustav Jung zugeschrieben wird, kommt einem in den Sinn.
Die zarte Farbigkeit, die Materialwahl und die handwerkliche Umsetzung unterstreichen die Subtilität und Fragilität, die den Pappmaschee-Smileys innewohnt. Und doch sind sie in der Gruppe raumgreifend, präsent und mächtig, sind sie Interpretation von EMOTION.

Kuratiert von: Verena Kaspar-Eisert, Chefkuratorin MQ

Herbert De Colle, geboren 1978 in Österreich, studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, u. a. Ve.Sch Kunstverein, Wien, Horse&Pony Fine Arts, Berlin, Kunstraum am Schauplatz, Wien, Galerie 5020, Salzburg, Kunstforum Montafon, Blackbridge Offspace, Peking, Kunsthalle Exnergasse, Wien, Kunstraum Innsbruck, Belvedere 21, Wien. Er lebt und arbeitet in Wien.

Bild: © Herbert De Colle, Bildrecht Wien 2024

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