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MQ Art Box

MQ Art Box

Die MQ ART BOX im Haupthof des MuseumsQuartier Wien zeigt wechselnde Installationen von zeitgenössischen Künstler*innen. Der transparente Kunstraum interagiert mit dem öffentlichen Raum und spiegelt die Vielfalt des MQ Areals wider.
Mit einem Schwerpunkt auf junge österreichische Kunst offeriert das Ausstellungsprogramm unter der Künstlerischen Leitung von Elisabeth Hajek Einblicke in zeitgenössische künstlerische Praxen und Diskursfelder.

AKTUELL IN DER MQ ART BOX ZU SEHEN:

Sarah Bogner
PARADE

 

06.07. bis 06.09.
Öffnungszeiten: Mo–So: 00–24h, MQ Haupthof, EINTRITT FREI
Künstlerische Leitung: Elisabeth Hajek

© Alexander Eugen Koller

© Alexander Eugen Koller

© Alexander Eugen Koller

© Alexander Eugen Koller

© Alexander Eugen Koller

Eigens und passgenau hat Sarah Bogner zwei Gemälde für die MQ Art Box geschaffen. Spielerisch dreht sie die mit jeweils 230 × 600 cm riesigen »Parade I« und »Parade II« aus der schnöden Frontalsicht und hält ihre Szenerien zudem gehörig in der Schwebe. Es bleibt ungewiss, ob wir Landschaften sehen, in Höhlen blicken oder auf die Kulissen einer Bühne schauen.
Theatral ist es allemal, was auf den Bildern zur Aufführung kommt. Mit großem Gefühl, in schwingenden Bögen ebenso wie mit abrupten Sprüngen legt Bogner das Geschehen auf die Fläche. Das Auf und Ab, Zu und Wider, Stocken, Stöbern und Fließen bringt sie in eine delikate Balance. Alles wird von diesem ornamentalen Bildrhythmus erfasst und innig verwoben. (Wenngleich sich die Perspektiven und Blickpunkte immens vervielfältigen.)
Bogners Farbigkeit ist zart. Bald statuarisch gefestigt in grauer Grisaille, bald transparent durchlichtet in keckem Pink und Zitronengelb, bald schwelgerisch in Braun und Goldtönen. Beide Bilder erscheinen dabei wie zwei komplementäre Friese. Ein helles, ein dunkles. Ein leichtes, ein schweres. Ein forsches, ein sanftes. Gegensätze wie Tag und Nacht. Dabei erreicht sie eine Unmittelbarkeit im Ausdruck, die weder Ernst noch Witz scheut. Denn witzig sind die Bilder auch.
Und das liegt an Bogners Protagonisten. Die sind zwar, wie Maya Oehlen schrieb, „keine Lippizaner“, Pferde sind es nichtsdestotrotz. Augenzwinkernd treten sie auf, schreiten aus, tollen unbekümmert umher. Begleitet von einigen ‚Freunden‘, die ihnen wie Extremitäten entwachsen oder von den Seiten ins Bild lugen.
Der absurde Stimmungswechsel zwischen monumentaler Grandezza und anmutiger Intimität ist so betörend wie wallendes Botticelli-Haar oder die strahlende Pracht des freudigen Tanzes der Körper, Farben und Flächen, die Sarah Bogner so leichthin entfaltet wie Matisse in seinem zweitem »Tanz« (1932) aus der Barnes Foundation in Philadelphia.
Christian Malycha

Sarah Bogner arbeitet als Malerin und Verlegerin in Wien. Sie absolvierte die Akademie der Bildenden Künste in München und studierte elektroakustische Musik an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Gemeinsam mit Josef Zekoff gründete sie 2010 den Harpune Verlag, das Zuhause von Moby Dick Filet und vieler bahnbrechender Künstlerbücher.
Ihre fröhlichen Pferde sind alberne Kentauren und freundliche Stuten der Medusa, sie tragen Baseballcaps und Hüte, haben mehrere Hälse und anth-ropomorphe Visagen. Sie sind in den Höhlen von Lascaux zu Hause, auf den Tableaus der Renaissance und in den Salons der klassischen Moderne. Im Hof des Marstalls von Kaiser Karl VI sehen wir sie in einem monumentalen Tanz, einer Parade von Körpern, Figuren und Farben, auf zwei neuen Gemälden von je 2,3 × 6 Metern.

Kuratiert von Josephine Wagner, Raum mit Licht

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