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MQ: Eröffnung PERFORMANCE PASSAGE – Raum für Poetiken des Dazwischen

MQ: Eröffnung PERFORMANCE PASSAGE – Raum für Poetiken des Dazwischen

Mit der „PERFORMANCE PASSAGE – Raum für Poetiken des Dazwischen“, im Durchgang vor dem Tanzquartier Wien, wurde im MuseumsQuartier Wien in Kooperation mit dem Tanzquartier Wien das insgesamt neunte künstlerische Mikromuseum gestaltet. Anlässlich der Eröffnung der Passage am Donnerstag 22. Oktober mit einer ersten Bespielung durch Gerhard Rühm, findet ab 17 Uhr ein Konzert der Band „Kinky Muppets“ statt, um 18.30 Uhr gibt es in der TQW Halle G ein Sprechkonzert von Gerhard Rühm mit Monika Lichtenfeld.

Die Passage wurde nach einem künstlerischen Raumkonzept von Christoph Meier gestaltet. Das Display konzipierte Andrea Maurer, die auch das Bespielungsprogramm der kommenden Jahre kuratieren wird.

„Mit der neuen und insgesamt neunten Themenpassage wurde im MQ ein weiterer Ort geschaffen, an dem die BesucherInnen die Möglichkeit haben, Kunst kostenlos und frei zugänglich zu entdecken und zu erleben. Zudem freut es mich, dass wir damit eine weitere Passage in Zusammenarbeit mit einer hier am Areal ansässigen Institution, dem Tanzquartier Wien, realisieren konnten“, so MQ-Direktor Christian Strasser.

„Die ‚ PERFORMANCE PASSAGE‘ liegt direkt vor dem Eingang zu den TQW Studios. Sie ist Treffpunkt vor und nach unseren Veranstaltungen und somit ein wichtiger sozialer Raum für unser Publikum, für KünstlerInnen sowie für Workshop- und Trainingsteilnehmende. Insofern freue ich mich sehr über das großartige Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Andrea Maurer und Christoph Meier. Man kann es nicht anders sagen, sie ist einfach wunderschön geworden!“, so Bettina Kogler, Künstlerische Leitung Tanzquartier Wien.

Die vom Künstler Christoph Meier vollständig verspiegelte Decke verdoppelt die Passage himmelwärts und gleicht der Spiegelwand eines Tanzstudios oder der Decke einer Diskothek. Wie die Wand eines Tanzstudios oder die Decke einer Diskothek kopiert sie ihr Gegenüber und startet ohne viel Zutun eine (Selbst-)Reflexion. JedeR kann hier performen, jedeR sich selbst betrachten. „Dan Grahams Werk ‚Performer/Audience/Mirror‘ (1975) gilt als Meilenstein in der Beziehung zwischen Performenden und Publikum, auch als Schlüsselwerk in der Beziehung von Subjekt und Objekt. Die Gestaltung der Passage beruht auf dieser Errungenschaft, möchte diese aber relativieren, indem sie das Publikum zu Performenden macht und den Raum für Selbstdarstellung freigibt“, so der Künstler. 

Die von Andrea Maurer konzipierte Bespielung der Passage erweitert den spiegelbildlich verdoppelten Raum um eine sprachexperimentelle, poetische Dimension. Dafür hat sie ein spezielles Display entwickelt, bestehend aus einer Reihe von sieben Leuchtkästen, die mittels Zeitsteuerung verknüpft und mit semi-transparenten Spion-Spiegeln bestückt sind.
„Der zeitliche Aspekt spielt eine wichtige Rolle. Die sieben Leuchtkästen sind wie eine Zeitmaschine, in der jede Partitur ihren eigenen Regeln folgt und ihre eigene Dauer entfaltet. Die kuratorische Setzung dieser ‚Leuchtkasten-Klaviatur‘ fokussiert auf sprachexperimentelle Positionen von KünstlerInnen, die aus unterschiedlichen Bereichen kommen, denen jedoch gemeinsam ist, dass sie jeweils ihre eigenen Poetologien entwickeln“, so Andrea Maurer. „Ich habe es mit dem Bespielungskonzept darauf abgesehen, den PassantInnen eine Art poetische Falle zu stellen. Als bewegtes visuelles Gedicht, choreografierte Textkomposition, Flicker-Satz usw. wird die Passage hoffentlich möglichst viele DurchgängerInnen und beobachtende BeobachterInnen anlocken, auch wenn manche dabei womöglich ins Stolpern geraten und in umgekehrter Richtung weiterziehen.“

Die Bespielung der Passage wechselt zweimal pro Jahr und wird jeweils von einer kleinen Publikation begleitet, die im Selbstbedienungsautomaten vor Ort erworben werden kann. Den Auftakt des Programms macht Gerhard Rühm mit dem Text-Bildzyklus „WOCHENSCHAU“, den er speziell für die „PERFORMANCE PASSAGE“ gestaltet hat und deren rhythmische Abfolge er mittels einer Partitur komponiert hat. 

„ich war von dieser neuen präsentationsmöglichkeit meiner inzwischen bekannten text-fotocollagen sofort angetan und sagte spontan zu. gegeben waren also sieben gleich große rahmen und eine an diese angeschlossene elektronische anlage, die die einzelnen bilder durch gezielte beleuchtungswechsel in permanente bewegung versetzt. es war mir sofort klar, dass ich der auswahl und organisation des künstlerischen materials die zahl 7 (als 3+1+3) zugrunde legen wollte. so ergab sich fast von selbst auch ein bezug auf die sieben wochentage und damit der titel‚ WOCHENSCHAU‘ “, so Rühm.
Gerhard Rühm, 1930 in Wien geboren, war Mitbegründer der legendären „Wiener Gruppe“. Als Komponist, Pianist, Performer, Literat, Bildender Künstler und als radikaler Grenzgänger zwischen den Kunstdisziplinen gilt er als einer der wichtigsten VertreterInnen der visuellen und konkreten Poesie.

MQ Themenpassagen
Das Areal des MuseumsQuartier wird von allen Seiten durch Passagen erschlossen. Langgestreckte, barocke Tonnengewölbe verbinden die einzelnen Höfe miteinander. Innerhalb des MQ Areals haben sich auf Initiative des Q21 mehrere „Mikromuseen“ in Form von Themenpassagen etabliert, die jeweils speziellen Kultursparten (Comic Art, Klangkunst, Street Art, Typografie, Fotografie u.a.) gewidmet sind. Im öffentlichen Raum des Areals verstehen sie sich als Ergänzung und Alternative zu den benachbarten Großmuseen. Neben den dauerhaften Deckengestaltungen werden in den Passagen unterschiedliche Ausstellungen gezeigt, die von externen KuratorInnen programmiert werden. Begleitende Publikationen sind jeweils für 2 Euro an Automaten vor Ort erhältlich.

Anlässlich der Eröffnung der Passage findet am Donnerstag 22. Oktober ab 17 Uhr ein Konzert der Band „Kinky Muppets“ statt. Im Anschluss um 18.30 Uhr gibt es ein Sprechkonzert von Gerhard Rühm mit Monika Lichtenfeld in der TQW Halle G (Reservierungspflicht, kostenlose Zählkarten im Webshop auf www.tqw.at erhältlich).


PERFORMANCE PASSAGE – Raum für Poetiken des Dazwischen | Q21/MQ | Durchgang vor dem Tanzquartier Wien | täglich 0-24 Uhr |

Künstlerische Raumgestaltung: Christoph Meier
Displaykonzept und Kuratorin: Andrea Maurer
Mikromuseums-Konzeption: Vitus Weh
Technische Umsetzung des Displays: Thomas Sandri
Grafik der Publikation: Astrid Seme, Studio
Kooperationspartner: Tanzquartier Wien
 

Rückfragehinweis:

Presse MQ: Mag. Irene Preißler
Tel. [+43] (0)1 / 523 58 81 - 1712
E-mail: ipreissler@mqw.at

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