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Daniel Theiler: deus ex machina

05.09.2022 bis 06.11.2022 - MQ Raum D
Veranstalter: Q21

Daniel Theiler: deus ex machina

FREIER EINTRITT, KUNST, FILM & DIGITALE KULTUR


Eröffnung: Mo 05.09., 18h

Der menschengemachte Klimawandel ist die größte Herausforderung unseres Jahrhunderts. Gerade in Zeiten, in denen andere Krisen wie Pandemien und Kriege die Nachrichten dominieren, erscheint ein Ausweg aus der drohenden Klimakatastrophe in weiter Ferne.

Wenn sich in Film oder Theater eine ausweglose Situation plötzlich durch den unerwarteten Auftritt einer neuen Figur doch noch zum Guten wendet, spricht man von einem Deus-ex-Machina-Moment: Der reitende Bote des Königs in Brechts Dreigroschenoper, der wieder auferstandene Gandalf in Herr der Ringe, die Schleierritter in Game of Thrones: Sie kommen aus dem Nichts und lösen alle Probleme auf einmal.

Der Fusionsreaktor könnte der Deus-ex-Machina für die Klimakrise sein. Fürsprecher der Kernfusionstechnologie preisen sie als quasireligiöses Heilsversprechen: Eine Zukunftstechnologie, die alle Klimaprobleme der fossilen Energieerzeugung und alle Sicherheits- und Nachhaltigkeitsprobleme der Kernenergie mit einem Schlag löst.

Die Videoarbeit verknüpft das Versprechen der Kernfusion mit dem Konzept des Deus-ex-machina. Originalsequenzen von Deus-Ex-Machina-Momenten aus Film und Theater verweben sich mit Animationen, Bildern zur Kernfusion und fossiler Energieerzeugung. Die Arbeit thematisiert so auf abstrakt-künstlerische Weise sowohl das Potenzial der Kernfusion, als auch die Problematik des darin inhärenten Solutionismus, nämlich das Versprechen einer zukünftigen technischen Lösung für heutige Probleme. Zudem inszeniert die Arbeit die Widersprüche der Thematik durch den Kontrast zwischen dem technischen Status Quo und bekannten Deus-ex-Machina-Momenten.

Daniel Theiler ist ein deutsch-türkischer bildender Künstler, Filmemacher und Architekt und als Q21 Artist-in-Residence im August und September 2022 zu Gast im MuseumsQuartier Wien.
Er war Meisterschüler bei Nina Fischer in Kunst und Medien an der UdK Berlin. Studium der Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar bei Danica Dakić und an der School of the Art Institute of Chicago (Master of Fine Arts) sowie Architektur an der TU Berlin, ETH Zürich und University of Strathclyde Glasgow (Dipl.-Ing.). Theilers konzeptionelle und ortsspezifische Kunst untersucht Räume und ihre Einbettung in historische und kulturelle Kontexte mit analogen und digitalen Medien, die von Video, Fotografie und Skulptur bis hin zu öffentlichen Interventionen und Websites reichen, was häufig zu hybriden Arbeiten führt, die verschiedene Medien kombinieren. Er spielt auf humorvolle Weise mit Konventionen, indem er räumliche, architektonische und soziale Formationen neu organisiert. Theiler beschäftigt sich insbesondere mit den Themen Rekonstruktion und Vision, Status und Inklusion. Das Verhältnis von Utopie und sozialer Realität ist ein wiederkehrendes Thema in seinen Arbeiten. Theilers preisgekrönte Arbeiten wurden international gezeigt und sind Teil der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Er lebt und arbeitet in Berlin und Leipzig.

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