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Nicolae Coande

Nicolae Coande

Bereich: Literatur

Key Facts

Nationalität

Rumänien

Bereich

Literatur

Wohnort

Craiova

Empfehlende Institution

BMEIA

Zeitraum

Dezember 2014 - Jänner 2015

Nicolae Coande (geb.1962)
ist einer der bedeutendsten rumänischen Schriftsteller der Gegenwart. Besuch der Fakultät für Philosophie und Soziologie. Herausgeber mehrerer literarischer Publikationen (LAMA, SpectActor usw).
Zurzeit ist er Dramaturg beim Nationaltheater „Marin Sorescu“, Craiova.
Er hat dreimal den Preis des rumänischen Schriftstellerverbandes bekommen (1995, 1997, 2002); viele andere literarische Preise (Preis der kulturellen Zeitschriften Mozaicul, Ramuri, Hyperion, Arges).
Stipendiat der “Heinrich Böll”-Stiftung (November 2003-März 2004) und der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen (Juli-September 2008).
Er ist in einigen in Rumänien und im Ausland erschienenen Anthologien vertreten: Gefährliche Serpentinen – Rumänische Lyrik der Gegenwart, Druckhaus Verlag, Berlin 1998 (Hrsg. Dieter Schlesak); Jahreszeiten, Tagesanbrüche. Literatur und Kunst im Heinrich-Böll-Haus Langenbroich”, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin, 2006; Marin Mincu: O panoramă critică a poeziei româneşti din secolul XX, Pontica Verlag, 2007; Cele mai frumoase poeme din 2010, Tracus Arte Verlag, 2011, (Hrsg. Claudiu Komartin şi Radu Vancu); Noua poezie nouă. O antologie a poeziei române postmoderne, (Hrsg. Dumitru Chioaru), Limes Verlag, 2011;  Anthologie der literarischen Kolonie Čortanovci (hrsg. von dem Serbischen Schriftstellerverband), Belgrad, 2010; Of Gentle Wolves, Calypso Edition, New York, USA, 2011, (Auswahl und Übersetzung Martin Woodside); The Vanishing Point that Whistles: An Anthology of Contemporary Romanian Poetry, Talisman Houses, (Hrsg. Paul Doru Mugur, Adam Sorkin& Claudia Serea), USA, 2011
Werke:
Lyrik: În margine (Am Rande), Ramuri Verlag, 1995; Fincler, Ramuri Verlag, 1997; Fundătura Homer (Homer Sackgasse), Dacia Verlag, 2002; Folfa, Vinea Verlag, 2003; Vînt, tutun şi alcool (Wind, Tabak und Alkohol), Brumar Verlag, 2008, Femeia despre care scriu (Die Frau, über die ich schreibe), VorbaIago,  Ed. Măiastra, 2012, Persona, Ed. Măiastra, 2013.
Essays und Interviews: Fereastra din acoperiş (Das Fenster im Dach), Fundaţia Scrisul Românesc Verlag, 2005, Celălalt capăt (Das andere Ende) – Interviews, Curtea Veche Verlag, 2006, Revanşa chipurilor (Die Revanche der Gesichter), Intelectualii români și Curtea regelui, Tracus Arte Verlag,  2011;

In Fundătura Homer verändert der Lyriker aus Craiova seine schriftliche Bewegungen, indem er die kürzere Rede vorzieht, in der die Gedichte nicht mehr episch sind; ironisch beruhen sie  auf die erwartete Subtilität äsopischer Momentbilder „in den unglücklichen Zeiten der Sophisten”. Es besteht weiter jene groteske und entheiligte Nuance einer Landschaft in Breughels Stil, in der alles von einem düsteren Rutschen in degradierte metamorphe Zustände gekennzeichnet wird [...] Es wird das Nichts aufgenommen, jenen Zustand in dem die Existenz nicht mehr wert ist und der rebellische Protagonist in jener „verruchten” Sackgasse nicht mehr leben will. Es wird die eigene Negation des spirituellen Wesens proklamiert, in einem Rahmen in dem „das Fleisch aus den Mauern herauskommt und nach Form weint.” [...] Eine tiefe ontologische Angst entsteht, die wie eine Art brennenden Bewusstwerdens des inneren und außeren Marasmus wirkt. Immer wenn irgendeine Motivation zum Leben fehlt, wird die Anstrengung im Text zu sterben wichtiger als das Leben.

Marin Mincu – O panoramă critică a poeziei româneşti din secolul al XX-lea, Pontica Verlag, 2007

Nicolae Coande geht vom Gedicht als unbarmherzige Religion aus; vom Gedicht, das alles will, das brennt und auch alles brandmarkt. Von der romantischen Annahme des Gedichtes als Holocaust, verborgen unter dem Realismus der Aufzeichnungen (sogar unter einem grotesken und gewaltsamen Realismus), unter der spastischen Genauigkeit der Wahrnehmungen, die sich in einer Gewalt des Konkreten manifestieren. Der mystiche Begriff vom Gedicht ist schuldig  an der implosiven Spannung der Visionen, an den paroxistischen Geständnissen un an der Elektrizität der Wut. Nicolae Coande ist nicht bloß ein Fanatiker des lyrischen Substantialismus, nicht bloß ein Fundamentalist der Nachwirkungen; er ist ein wilder Maximalist; er wartet ungeduldig auf die persönliche und allgemeine Katharsis, die von der Lyrik hier und jetzt ausgelöst werden sollte; für ihn bedeutet Lyrik nicht bloß eine einfache Neigung, oder eine Mischung von Rebellion, Zärtlichkeit, Bitterkeit und Enttäuschung; sie ist eine Religion, die die Welt reinigen muss; das große Gedicht, das Coande sicher hätte  umgeschreiben wollen, ist das Fortjagen der Verkäufer aus dem Tempel. Das ist die Hauptaufgabe seiner Meinung nach. Alles andere ist unnötig. Das bedeutet Lyrik für eine Maximalist wie Nicolae Coande.
Al. Cistelecan, Maximalismul fără milă, Zeitschrift Vatra, Nr…., 2007


Meiner Meinung nach ist Nicolae Coande ein tiefer und radikaler Enttäuschter im literarischen Sinn einer profanen Postmoderne, die alles entlarvt. Eine solche Lyrik bringt ein spezifisches Erlebnis, das bis jetzt fast keine Vorfahren bei uns hat. Nie habe ich so eine ruhige Vision in ihrer negativen Ireversibilität wie in diesem stillen und realistisch-prosaischen Ekel der Gestikkontemplation des anderen erlebt; die gewählten Hypostasen sind die des „Gegners“, der „Frau“, des „Nachbarn“, und die des eigenen Ego, die nur geduldet, nicht gekannt oder gesucht wird.

Ştefania Mincu – „Nicolae Coande – fundătura homer” – Zeitschrift Paradigma, Nr.2 / 2002

Nicolae Coande hat eine herausfordernde individualisierende Substanz, die bis an die unangenehmen Grenzen reicht, die nicht nachgeahmt sind, sondern die einer Existenz sind. Es ist eine extrem bittere Bekenntnis. Die Zärtlichkeit geht in ihre Rückseite über, die mit einer düsteren Energie geladen wird. Nicolae Coande besitzt eine genaue lyrische Intuition und das hilft ihm, seine eigene Individualität mit der höchsten Verallgemeinerung unter einem Hut zu bringen; diese Verallgemeinerung ist die Welt, die wie Nahrungsmittel bei einem Fest der Menschenfresser begehrt wird.

Gheorghe Grigurcu,  Şansa <biografismului> - România literară, Nr.15, 2002, S.7

Nicolae Coandes Lyrik ist wie eine Narkose, die einen wegen der Wut krank macht, die das Organische, die Gegenstände, die Triebe durchwühlt. Seine unbequeme Lyrik rüttelt heftig – ich weiß nicht, ob sie auch reinigt – und zwingt einen dazu, selbst die Hölle zu werden, für die er sich trainiert. Mit einem verpönnten Masochismus geht der Lyriker das Risio ein, selbst eine Welt zu werden. Nicolae Coande ist sicher ein ausgezeichneter Lyriker, vor dem dem Kritiker nichts übrig bleibt, als tautologisch zu fliehen.

Mircea A. Diaconu „Nicolae Coande şi fundătura homer”, Contemporanul-Ideea Europeană, Nr.38/19 Sept, 2002

Nicolae Coande

Projektinfo

“… in order to find a poet you need the help of another poet” – Roberto Bolaño wrote once. And the help of a reader, I would add to complete the Chilean poet. I consider myself merely a poet-reader on the tracks of other poets: with my intuition, admiration, and especially with my sympathy for these people, men and women, for whom poetry is indeed what H.M. Enzensberger once said: “the only form of literature which is preserved in the mind, today like thousands of years ago […] with humor and rumor it divides the enviable capacity of circulating without individual mediation.” I am currently working on a volume of poetry critique, provisionally titled "The Poet Hunter", in which I try to "track down" some of the best Romanian poets of the last 30 years (a literary generation, in Thibaudet's conception), but I am also interested in reaching out to some foreign poets of great caliber, such as: Gottfried Benn, John Berymann, Fernando Pessoa, Umberto Saba, Carlos Drummond de Andrade, Jerome Rothenberg, Seamus Heaney, and so on.

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