Selbi Jumayeva
Bereich: Transdisziplinäre Forscherin, Kuratorin und Künstlerin
Key Facts
Nationalität
TurkmenistanBereich
Transdisziplinäre Forscherin, Kuratorin und KünstlerinWohnort
AshgabatEmpfehlende Institution
BMEIAZeitraum
Jänner 2026 - Februar 2026Selbi Jumayeva (Ashgabat, 1986) ist eine transdisziplinäre Forscherin, Kuratorin und Künstlerin, die mit dokumentarischer Fotografie, Ethnografie und angewandter Ökologie arbeitet. Ihre Forschung konzentriert sich auf Zukunftsfragen von Wüstenregionen, sozio-ökologische Systeme und planetare Belastungsgrenzen. Derzeit entwickelt Jumayeva Programme zum kulturellen und natürlichen Erbe für Umwelt-, Biodiversitätsschutz- und Klimaanpassungsarbeit in Turkmenistan. Zuvor leitete sie die Strategie für Umwelt und Gesellschaft bei der Artcom Platform in Kasachstan.
Als Expertin für Zentralasien verfügt Selbi Jumayeva über 25 Jahre Erfahrung in der Stärkung regionaler Zivilgesellschaften, in der Leitung und Förderung von Basisinitiativen sowie in der Beratung internationaler Organisationen. Als Kuratorin und Künstlerin erforscht sie multispeziesbezogene Beziehungen und traditionelles ökologisches Wissen, bewahrt die Narrative und Artefakte der Verwandtschaft ihrer Yomud-Stammeslinie und dokumentiert den zentralasiatischen Alltag sowie die turkmenische Ideengeschichte.
Ihre Erkenntnisse und Konzepte zu grenzüberschreitenden „Boundary Objects“ und planetaren menschlichen Verflechtungen integriert sie in fortlaufende kollaborative Projekte wie „Dusts (The Terraforming, 2021)“ und „Steppe Synanthropies: Extant Across Borders (Climate Dignity, 2025“).
Während meiner Residency am MQ arbeite ich an einem der Werke aus der Data Tapestry-Reihe und präsentiere dieses zusammen mit seiner Video- und grafischen Dokumentation – Maşyn başlyk (Car Trapping) – in der Ausstellung Steppe Synanthropies, kuratiert von Alisa Verbina, vom 12.02. bis 31.05.2026.
Eröffnung Mi 11.02.2026, 18h im MQ Pop-Up Schauraum / MQ Schauräume
Das Projekt Steppe Synanthropies: Data Tapestry setzt meine Auseinandersetzung mit Erfahrungen von Verbundenheit und Eingebettetheit in lokale, intime Ökosysteme sowie in planetare Prozesse fort. Die Sensibilisierung für die Bedeutung von Schutzmaßnahmen für vom Aussterben bedrohte Arten steht im Zentrum meines künstlerischen Ausdrucks und meiner wissenschaftlichen Forschung. Zudem folge ich der Mission meines kollaborativen Projekts Steppe Synanthropies: Extant Across Continents, das darauf abzielt, das Zusammenleben von Zugvogelarten, Wissenschaftler:innen und Hirt:innen entlang der afrikanisch-eurasischen Zugroute weiter sichtbar zu machen.
Im Projekt Data Tapestry nutze ich traditionelle turkmenische Volkskunsttechniken, bei denen Haushaltsgegenstände und Textilreste wiederverwendet und upgecycelt werden, um sie als aufwendig bestickte Patchworks einzusetzen, die Menschen, domestizierte Tiere und mehr-als-menschliche Entitäten bedecken, schützen und bergen. Textile und schmuckartige Verzierungen sind adaptive Notwendigkeiten, die aus transhumanzen Erfahrungen sowie aus der Feier des Lebens unter den harschen Umweltbedingungen und extremen Wetterverhältnissen Zentralasiens hervorgegangen sind. Die Projektarbeiten bestehen aus Teppichen, Tapisserien und dokumentarischen Werken, die mit Symbolen, Talismanen und Artefakten aus der Feldforschung und der Natur durchzogen sind und alltägliche Realitäten, Lebensgrundlagen und Lebensweisen festhalten und würdigen.
Mein Projekt Steppe Synanthropies: Data Tapestry baut auf der im Projekt Extant Across Continents gewonnenen „Ground Truth“ auf, um die Geschichten lokaler Naturschützer:innen zu erzählen, die oft unsichtbar bleiben, aber stets an vorderster Front der ökologischen Verantwortung stehen.




