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Nick Courtsier & TikTok & Britney Spears

Nick Coutsier & TikTok & #FreeBritney
Social Media Archives
Video, 10 min, 2019-2022

Durch die plötzlich erfahrene Isolation in der Pandemie erschien uns die Welt unsicherer denn je. Unsicherheit und Tanz aber sind sich keineswegs fremd: Angesichts persönlicher und kollektiver Krisen werden Formen des sich Versammelns und Bewegens zu einem dance of urgency, einem Tanz, der auf Empowerment des Individuums und der Gruppe abzielt, Überlebensgemeinschaften und Bewältigungsstrategien schafft und als Akteur des politischen Widerstands und der Erneuerung städtischen Lebens wirken kann. Doch wenn ein Medium so sehr von Präsenz und Nähe abhängig ist – wie kann es sich dann über erzwungene Distanzen hinweg manifestieren?

Doch der Tanz verschwand nicht, sondern verlagerte sich in die digitalen Netzwerke, wodurch neue formale Strukturen und visuelle Körpersprachen entstanden. Von Britney Spears kodiertem SOS-Tanz, der zur #FreeBritney-Bewegung führte, bis hin zu family dance battles auf Zoom löste sich der Tanz – der als gesundheitsgefährdend eingestuft wurde – von seiner räumlichen und geografischen Bindung und formierte sich Online neu.

Nick Coutsier begann mit 12 Jahren seine Tanzausbildung und beschäftigte sich mit urbanen Tanzstilen wie Hip-Hop und House. In den nächsten 5 Jahren trainierte er mit kleinen belgischen Hip-Hop-Kompanien, was ihn dazu bewegte, als Profitänzer in Musikvideos und Fernsehsendungen in Belgien und Frankreich zu arbeiten. 2012 wurde er am Königlichen Konservatorium Artesis Plantijn aufgenommen, um seinen Bachelor-Abschluss in zeitgenössischem Tanz zu machen. Seitdem tritt er weltweit auf, von der Philharmonie de Paris und Beyoncé bis hin zu den Tanzflächen von Clubs und auf privaten Parties. Während des Lockdowns setzte Nick seinen Instagram-Live-Feed ein, um sich mit uns und seinem tanzenden Körper zu beschäftigen und unser Empfinden von Isolation und Distanz zu transformieren. Ihm dabei zuzusehen, wie er sich bewegt, bewegte uns. Zu sehen, wie er den Tanz als Mittel zur Erhaltung seines Körpers einsetzt, wurde zu einer Form der Erhaltung der Gemeinschaft und der kulturellen Produktion.

 

After sudden isolation struck like sunrise to an over-dilated eye, a new and uncertain world seeped into focus. Dance and uncertainty are by no means strangers: congregation and movement when in response to personal and collective crises, becoming a dance of urgency. Such a dance aims to empower the individual and the group - it builds communities of survival and coping; it can perform as a powerful agent of urban renewal and political resistance*. From cultural spaces reinvigorating decaying neighbourhoods to international protests against gentrification and fascism - dance is the weather of the cultural and political climate and a potent form of defiance. Though, when a medium is so dependent on presence and closeness - how does it manifest over enforced distances? What did it mean to you once dance was not allowed? 

Far from dissolving, dance migrated to digital networks - navigating new formal boundaries and visual languages in the process. From pop star Britney Spears’s SOS encoded dance leading to the #FreeBritney movement; to family dance battles over Zoom, dance (having been determined a health hazard) unbound itself to place and geography, re-materialising itself online. Zoom, virtual reality, TikTok and an ever-growing assembly of social media platforms became vital means of participation and cultural production. 

Nick Coutsier began his dance training at the age of 12, familiarising himself with urban dance styles such as hip-hop and house. Over the next 5 years, he trained with small belgian hip-hop companies which led him to work as a commercial dancer for music videos and tv-programs in Belgium and France. In 2012, he entered the Artesis Plantijn Royal Conservatory to pursue a bachelors in contemporary dance. SInce then, he has been performing internationally, from Philharmonie de Paris and Beyonce to the dance floors of clubs and private parties. During lockdown, Nick used his instagram live feed to engage us with his dancing body and transform our sense of isolation and distance. Watching him move moved us, seeing him use dance as a means of taking care of his body became a form of care for the community and cultural production. 

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