Edwin Boye
Bereich: Bildende Kunst
Key Facts
Nationalität
GhanaBereich
Bildende KunstWohnort
AccraEmpfehlende Institution
MQ Art and EcologyZeitraum
Jänner 2026 - Februar 2026Edwin Adokwei Boye (geb. 1997, Accra) ist ein bildender Künstler, der mit afro-surrealem Expressionismus, Nachhaltigkeit und kulturellem Storytelling arbeitet. Als autodidaktischer Künstler entwickelte Boye seine Leidenschaft für die Kunst durch intensive Recherche, während er Marketing an der University of Professional Studies in Accra studierte. Er transformiert aussortierte Textilien aus Ghanas Secondhand-Märkten, von Stränden und aus Mülldeponien mittels digitaler Manipulation, Bildtransfer und Malerei, um Identität und Konsumverhalten zu erforschen.
Seine Einzelausstellung „Science of My Untamed Thoughts“ wurde 2023 im Goethe-Institut Accra gezeigt. Im Jahr 2025 arbeitete er mit der österreichischen Künstlerin Zoe Köbrunner an einer öffentlichen Intervention zusammen, die einen Dialog über textile Transformation anregte. Boye erhielt 2023 eine Förderung durch das Goethe-Institut, und seine Werke befinden sich in privaten sowie institutionellen Sammlungen. Seit 2025 ist er Galeriemanager der Berj Gallery in Ghana, nachdem er dort vier Jahre lang als Galeriemitarbeiter tätig war.
Edwin Boyes Projekt verfolgt den Weg ausrangierter Kleidung, die zwischen Europa und Westafrika zirkuliert. In Accra arbeitet er mit Textilien von der Deponie Agbogbloshie, vom Jamestown Beach und vom Kantamanto-Markt, einem der größten Secondhand-Kleidungsknotenpunkte der Welt. Dort transformiert er Abfall in Kunstwerke und öffentliche Interventionen, die verborgene Geschichten von Arbeit, Wert und Kultur sichtbar machen.
Für seine Residency im MQ möchte er diese Kleidungsstücke erneut in einen Dialog mit den städtischen Systemen von Konsum und Entsorgung bringen. Die Mariahilfer Straße mit ihrem endlosen Strom neuer Mode und die Müllverbrennungsanlage Spittelau, in der Abfälle zur Energiegewinnung verbrannt werden, stehen für zwei Pole dieses Kreislaufs. Boye will Kunstwerke und öffentliche Interventionen entwickeln, die Kleidung aus Kantamanto mit in Wien gesammelten Textilien verweben und so den Kreislauf symbolisch schließen.
Durch diesen Akt der Rückführung soll zur Reflexion über unsere gemeinsame Verantwortung eingeladen werden, nachhaltigere Zukunft zu gestalten.





