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Where Boundaries Blur

Mira Gáberová, Marei Loellmann und Mario Mu

Luftaufnahme einer Landschaft mit Feldern und einem Fluss oder Kanal
© Mario Mu

bis 13.09.2026

MQ Pop Up Schauraum  /  MQ Schauräume

Die Arbeiten der MQ Artists-in-Residence Mira Gáberová, Marei Loellmann und Mario Mu setzen sich mit intimen Begegnungen, verkörperter Erinnerung und den vielschichtigen Strukturen ihrer Umgebung auseinander. Übergangsräume fungieren in ihrer künstlerischen Praxis als Situationen, in denen Grenzen durchlässig werden und geteilte Erfahrungen möglich sind.

Mira Gáberová (geboren 1979 in Lučenec, Slowakei) lebt und arbeitet in Prag. In ihrer künstlerischen Praxis untersucht Mira Gáberová das Verhältnis von verkörperter Erfahrung und den Übergangszonen zwischen privatem und öffentlichem Raum. Der Theatervorhang fungiert dabei als zentrales Motiv wie auch als prägnante Metapher für diese Schwellenzustände. In einer über mehrere Jahre entwickelten Serie von Video-Performances tritt er immer wieder in Erscheinung. In diesem konzeptionellen Rahmen wird der Vorhang sowohl zur visuellen als auch zur physischen Grenze. An dieser Schwelle setzt sich die Künstlerin mit ihrer Körperlichkeit, deren Intimität und deren öffentlicher Wahrnehmung auseinander.

Mario Mu (geboren 1987 in Kroatien) lebt und arbeitet in Berlin. Mario Mus künstlerische Praxis basiert auf virtuellen Umgebungen und deren Morphologien. Er versteht Raum als Plattform, die von soziopolitischen Kräften geprägt wird, die unsere Erfahrung von Verkörperung, Nähe und Zugehörigkeit beeinflussen. Diese Umgebungen fungieren sowohl als Ausgangspunkt als auch als Medium für seine Videos, Installationen, Drucke und kollaborativen Projekte. In früheren Arbeiten bezog Mu neben digitalen Medien auch sozial definierte Situationen und Umgebungen ein und griff dabei auf Strategien aus dem Theater und aus Live-Rollenspielen (LARPs) zurück. In jüngeren Arbeiten konzentriert er sich zunehmend darauf, wie Bilder die Grenzen zwischen Immersion und Distanz konstruieren und auflösen können. Mu eröffnet so Möglichkeiten, neue Formen von Gemeinschaft, Intimität und kollektiver Zugehörigkeit zu imaginieren und zu erproben.

Marei Loellmann lebt und arbeitet in Berlin. Im Zentrum der künstlerischen Praxis von Marei Loellmann steht die Auseinandersetzung mit Material, Körper, Zeit und gesellschaftlichen Produktionsbedingungen. Ihre Arbeiten entstehen oftmals direkt vor Ort und basieren auf natürlichen Materialien wie Erde, Flusssedimenten und Asche, die sie spezifisch geprägten Landschaften entnimmt. Das in der Ausstellung gezeigte Werk untersucht Vulkanasche als ein Material des Übergangs: Aus Prozessen radikaler Transformation und Zerstörung hervorgegangen, verweist es zugleich auf das, was war, ist und erst noch entstehen wird. Die großformatige Textilarbeit besteht aus Spanngurten, die mit grün leuchtenden Nummerncodes bestickt und aus Garn umwickelten schwarzen Strängen zu einer Landschaft verwoben sind. Darüber liegt ein mit Asche bearbeitetes Baumwolltextil. Die Asche stammt vom Tajogaite-Vulkan auf La Palma, der bei seinem Ausbruch 2021 ganze Gebäude, Straßen und Agrarflächen unter sich begrub; zugleich schuf die Eruption die Grundlage für neues Leben. Loellmann stellt diesem zyklischen Verständnis von Natur die durch Nummerncodes repräsentierte industrialisierte und kapitalisierte Welt gegenüber. Durch die textile Struktur stellt sie einen Bezug zum menschlichen Körper her, der sowohl biologisch als auch kulturell in diese Prozesse verstrickt ist.

Kuratiert von Viktor Čech und Elisabeth Hajek

In Kooperation mit tranzit.org/ERSTE Stiftung

Installationsraum mit einem großen, vertikal hängenden Textilkunstwerk und mehreren leuchtenden rechteckigen Bildschirmen auf dem Boden, die an einer Glaswand reflektiert werden
Where Boundaries Blur © Simon Veres
Nahaufnahme von zerknittertem, schmutzigem Stoff mit aufgedruckten grünen Zahlen und Buchstaben in einer Matrix-ähnlichen Anordnung
Where Boundaries Blur © Simon Veres
Großes, hängendes Kunstwerk aus grobem, braunem Stoff mit grünen Zahlen und schwarzen Fransen in einem Raum mit gewölbter Decke
Where Boundaries Blur © Simon Veres
Moderner Ausstellungsraum mit weißer Wand, auf der ein Bildschirm mit grünem Bild hängt, und mehreren beleuchteten rechteckigen Objekten im Hintergrund.
Where Boundaries Blur © Simon Veres
Innenraum einer Ausstellung mit mehreren beleuchteten Bildschirmen und einer weißen Wand mit Text und dem Schriftzug '2. POP-UP SCHAU RAUM'
Where Boundaries Blur © Simon Veres
Zwei Personen betrachten in einem modernen Ausstellungsraum digitale Kunstwerke auf Bildschirmen, eine weitere Person kniet vor einem Bildschirm im Hintergrund
Where Boundaries Blur © Simon Veres
Drei unterschiedlich große rechteckige Leuchtkästen mit abstrakten, farbigen Mustern in einem dunklen Raum mit hohen Wänden und Gewölbedecke
Where Boundaries Blur © Simon Veres
Unscharfe, verschwommene Fläche mit unklarer Struktur
© Mario Mu
Person steht barfuß und hebt ein großes, grünes Tuch über dem Kopf
© Mira Gáberová, GREEN, video performance, 2016
Textilkunstwerk mit schwarzem, zerknittertem Stoff auf grünem Hintergrund mit weißen Zahlen und schwarzen Fransen am unteren Rand
© Michael Depasquale_Marei Loellmann_ Mother of Time, Daughter of Destruction, your feet are light upon the water_2023

MQ Pop Up Schauraum

MQ Schauräume

Graustufige architektonische Standortkarte, auf der ein Gebäudeteil mit einer roten Markierung hervorgehoben ist. Die Karte enthält verschiedene beschriftete Strukturen und umliegende Straßen.
© MuseumsQuartier Wien