(De)construction: War
Gedichte von Aljaž Koprivnikar
Freier Eintritt
Der MQ Writer-in-Residence Aljaž Koprivnikar, der im November 2026 in Kooperation mit dem BMEIA zu Gast im MuseumsQuartier ist, präsentiert ausgewählte Gedichte aus „War“, einem Zyklus aus seinem kommenden Gedichtband „(De)construction“. Zwischen persönlicher Anrede, fragmentierten Versen und dokumentarischen Passagen erkunden die Gedichte, wie Gewalt Körper, Erinnerung und Sprache verändert – und wie Leben, die vom Auslöschen bedroht sind, in Worten bewahrt werden können.
Indem „War“ historische Gräueltaten mit gegenwärtigen Kriegen und Vertreibung in Beziehung setzt, richtet der Zyklus seinen Blick auch auf jene, die das Leid aus der Ferne beobachten. Was geschieht, wenn die Zerstörung eines anderen Menschen zum Bild auf einem Bildschirm wird? Was kann die Poesie bewahren, wenn Namen, Häuser und ganze Gemeinschaften verschwinden? Diese Fragen prägen einen Zyklus, der sich mit der Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens und der Verantwortung jener auseinandersetzt, die zurückbleiben.
Die Gedichte werden auf Slowenisch und Deutsch präsentiert, wobei Thomas Antonic die deutschen Übersetzungen liest. Im anschließenden Gespräch erkunden die beiden Autoren die Entstehung des Zyklus, Koprivnikars poetische Einflüsse sowie die Möglichkeiten und Grenzen des Schreibens über das Leid anderer.
Aljaž Koprivnikar (geb. 1987 in Slowenien) ist Dichter, Kritiker, Übersetzer, Herausgeber und Literaturveranstalter. Sein Debütgedichtband „Anatomy“ erschien 2019 in Slowenien und Griechenland; 2025 folgte eine spanische Übersetzung in Honduras. 2023 wurden Auszüge aus seiner Lyrik beim Hausacher LeseLenz-Festival sowie unter dem Titel „Kleine Anatomie: Gedichte“ bei A. Dielmann Verlag auf Deutsch veröffentlicht.
Seine Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und in internationalen Literaturzeitschriften und Anthologien publiziert. Er präsentierte seine Arbeiten bei Festivals in ganz Europa und darüber hinaus. 2026 erhielt er den PONT-Preis für vielversprechende Autorinnen und Autoren der interkulturellen Literatur.
Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist er künstlerischer Leiter des Fabula-Festivals, Hauptkoordinator der europäischen Lyrikplattform Versopolis und Programmleiter des Prague Microfestival. Darüber hinaus ist er Vizepräsident des Slowenischen Literaturkritikerverbands und vertritt das Übersetzungs- und Sprachenrechtskomitee von PEN Slowenien.
Thomas Antonic ist ein österreichischer Dichter, Musiker, Filmemacher, Übersetzer und Wissenschaftler, dessen Arbeit Lyrik, Klang, Film und Performance miteinander verbindet. Er lebt und arbeitet überwiegend in Wien und Nordkalifornien und hatte Forschungsstellen an der Stanford University und der University of California, Berkeley inne. Zu seinen Büchern zählen „United States of Absurdia“ (2022) und „Disco Bible“ (gemeinsam mit Janne Ratia, 2023). Er führte Regie bei dem preisgekrönten Dokumentarfilm „One More Step West Is the Sea: ruth weiss“ (2021) und leitet an der Universität für Weiterbildung Krems ein Projekt zur Erstellung einer kritischen Werkausgabe von ruth weiss.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten (BMEIA) statt.
MQ Raum D