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Gonflable

Hans Kupelwieser

Spiegelnde, unregelmäßig geformte Skulptur auf einem Sockel umgeben von Gras und jungen Bäumen vor dem MuseumsQuartier Wien
© Museumsquartier, Foto: Simon Veres

bis 01.05.2026

MQ Haupthof

An prominenter Stelle im MuseumsQuartier positioniert, entfaltet eine pneumatische Skulptur von Hans Kupelwieser ihre Wirkung: Ein sogenanntes „Gonflable“ (von franz. aufblasbar), mit einem Durchmesser von drei Metern, ruht auf einem niedrigen Sockel und lehnt sich rückseitig an den Portikus der ehemaligen Winterreithalle.

Seit den frühen 1990er-Jahren entwickelt Kupelwieser diese Art von Werken aus Aluminiumblech, das an den Rändern verschweißt und mit Druckluft aufgeblasen wird. Der kontrollierte Zufallsprozess erzeugt eine organisch anmutende Form mit Dellen, Rundungen und Knicken. Die Leichtigkeit der Form steht dabei in einem spannungsvollen Verhältnis zur Härte und Stabilität des Materials. Obwohl durch Luft geformt, bleibt das Volumen auch ohne Innendruck erhalten – ein Spiel mit der Materialillusion, das Kupelwiesers Werk grundlegend prägt.

Als Konzept- und Medienkünstler lotet Kupelwieser die Grenzen zwischen Zwei- und Dreidimensionalität aus und erprobt ungewöhnliche Techniken im Umgang mit unterschiedlichsten Werkstoffen. Seine Skulpturen sind nicht als abgeschlossene Einheiten zu verstehen, sondern als Teil eines offenen Systems von Formen, Prozessen und Transformationen. Dabei verschiebt er den Begriff der Wiederholung hin zur Differenz: Jede Variante ist gleichwertig, jede Abwandlung Teil eines größeren Zusammenhangs.

„Ich forciere die Beziehungen und Wechselwirkungen und demonstriere, dass es für alle Objekte unterschiedliche Erscheinungsformen – ich könnte auch sagen: unterschiedliche Aggregatzustände – gibt“

Kupelwieser bezeichnet diese Werke als „Gonflables“, doch anders als der Begriff zunächst vermuten lässt, bestehen sie nicht aus flexibler Kunststofffolie, sondern aus Metall. Die Skulpturen entstehen unter hohem Luftdruck, der die speziell verschweißten Aluminiumbleche aufbläht und ihnen ihre charakteristische Form verleiht. Das Aluminium wirkt dadurch dynamisch und leicht zugleich; die entstandenen Oberflächenstrukturen entziehen sich einer vollständigen Kontrolle und sind Ergebnis eines unvorhersehbaren Zusammenspiels von Druck, Material und Form.

Mit ihrer reflektierenden Oberfläche und ihrer prozesshaften Entstehung eröffnet die Skulptur einen vielschichtigen Dialog über Ort, Material und Wahrnehmung. Über ihre physische Präsenz hinaus verweist sie auf ein künstlerisches Denken, das Transformation, Variation und Entwicklung ins Zentrum stellt.

Kuratiert von Verena Kaspar-Eisert.

Zwei Personen betrachten eine große, silberne, unregelmäßig geformte Skulptur vor einer hellen Fassade
©MuseumsQuartier Wien, Foto: Thomas Meyer
MQ Haupthof mit großem klassizistischem Gebäude, davor gepflasterter Platz mit Bäumen in Pflanzkübeln und Sitzgruppen mit Menschen.
©MuseumsQuartier Wien, Foto: Thomas Meyer
Großes rundes, silbern glänzendes, aufgeblasenes Objekt vor einem historischen Gebäude mit Säulen
©MuseumsQuartier Wien, Foto: Thomas Meyer

Hans Kupelwieser wurde 1948 in Lunz am See geboren. Von 1970 bis 1973 besuchte er die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien. Anschließend studierte er von 1976 bis 1982 an der Hochschule für angewandte Kunst bei Herbert Tasquil, Bazon Brock und Peter Weibel. Von 1995 bis 2014 war Kupelwieser Professor am Institut für Zeitgenössische Kunst an der Technischen Universität Graz. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, diverse Arbeiten im öffentlichen Raum, z.B. Denkmal für den jüdischen Friedhof Krems (1995) und Seebühne Lunz am See (2004). Hans Kupelwieser lebt und arbeitet in Wien und Lunz am See.

MQ Haupthof

Grayscale architectural site map of the MuseumsQuartier Wien. The map includes various labeled structures and surrounding roads.
© MuseumsQuartier Wien