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MQ Geschichte

Von der Hofstallung zum MuseumsQuartier

Aquarell des MQ Innenhofs von Balthasar Wiegand aus dem Jahr 1834.
Balthasar Wigand, Die kaiserlichen Stallungen in Wien am 17. Dez 1834 © ÖNB

Im Juni 2001 eröffnete das MQ, doch einst waren im erfolgreichsten Kunst- und Kulturareal bis zu 600 Pferde und 200 Karossen untergebracht.

Kaiserliche Hofstallung

1. Bauphase
1713 erteilte Kaiser Karl VI. dem berühmten österreichischen Architekten Johann Fischer von Erlach den Auftrag, am Rand des Glacis gegenüber dem äußeren Burgtor einen kaiserlichen Marstall zu errichten. Im Frühjahr 1719 begannen die Bauarbeiten und bereits 1725 gelang die Fertigstellung der Fassade, die bis heute zu den längsten Barockfassaden Mitteleuropas zählt. Im Erdgeschoss befanden sich die Stallungen, in den Prunkräumen im 1. Stock, die Wohnung des Oberhofstallmeisters.

2. Bauphase
Zwischen 1850 und 1854 ließ Kaiser Franz Joseph I. die Hofstallungen von Leopold Mayer erweitern, um eine Winterreitschule im klassizistischen Stil zu verwirklichen, als auch eine dahinter gelegene Sommerreitbahn. Zu dieser Zeit war die Anlage in ihrer Größe mit den Stallungen von Versailles vergleichbar.

Altes Foto einer Pferdekutsche vor einem hohen, alten Gebäude.
Ludwig Grillich, Hofwagen vor Winterreitschule, 1904 © Wien Museum
Ludwig Grillich_Hofstallungen, die heutige Ovalhalle. Foto aus dem Jahr 1904.
Ludwig Grillich, Hofstallungen Ovalhalle, 1904 © Wien Museum
Johann Bernhard Fischer von Erlach. Ein Prospekt des Großen neuen kaiserlichen Hofstall aus dem Jahr 1721. Schwarz-weiße historische Linienzeichnung eines großen Gebäudekomplexes mit symmetrischen Gärten und Menschen im Vordergrund.
Johann Bernhard Fischer von Erlach, Prospect des Grossen Neuen Kaysl. Stalls, 1721 © Wien Museum
Haupteingang des MuseumsQuartier. Altes Foto aus 1854.
Andreas Groll, Messeplatz 1 Hofstallgebäude, 1854 © Wien Museum
Aquarell des MQ Innenhofs von Balthasar Wiegand aus dem Jahr 1834.
Balthasar Wigand, Die kaiserlichen Stallungen in Wien am 17. Dez 1834 © ÖNB

Messepalast

3. Bauphase
Nach dem Zusammenbruch der Monarchie und der Auflösung der Hofverwaltung wird die Wiener Messe 1921 neue Nutzerin der Hofstallungen und adaptiert das Gebäude als „Messepalast“ für ihre Zwecke. 1937 wird eine Halle anstelle der ehemaligen Sommerreitschule hinter der Winterreithalle errichtet.

Von 1938-1945 finden im Messepalast NS-Propagandaausstellungen statt. 1945 wird der Messepalast durch Bomben schwer beschädigt. Im Zuge des Wiederaufbaus werden zwei neue Hallen im Haupthof errichtet.

1946, unter US-amerikanischer Aufsicht, nimmt die Wiener Messe ihre Ausstellungstätigkeit im Messepalast wieder auf. Von der Republik Österreich und der Stadt Wien wird Anfang der 1980er Jahre ein Konzept für die Nutzung des Areals als Kulturforum in Auftrag gegeben.

Schwarz-weiße Aufnahme eines großen historischen Gebäudes mit zwei Reiterstatuen auf Brückengeländern im Vordergrund
Brüder Kohn Wiener Internationale Messe, 1925 © Wien Museum
Historisches Schwarz-weiß-Foto mit zwei landwirtschaftlichen Maschinen und einem Tankwagen mit der Aufschrift 'GEMEINDE WIEN' in einem Innenhof mit Arkaden.
Internationale Hygieneausstellung in der Messehalle, 1925 © WStLA Martin Gerlach
Blick durch einen Torbogen auf eine große, prunkvolle Messehalle mit hohen Fenstern, dekorativer Decke und mehreren Ausstellungsständen, flankiert von zwei großen Pflanzen.
Internationale Hygieneausstellung in der Messehalle, 1925 © WStLA Martin Gerlach

MuseumsQuartier

4. Bauphase
Zwischen 1986 und 1987 findet die erste Stufe des Wettbewerbs statt. Die Jury unter dem Vorsitz von James Stirling empfiehlt sieben Projekte für die zweite Stufe (Werner Krakora, Hans Hollein, Ernst Hiesmayr/Rudolf Prohazka, Stefan Hübner, Georg Friedler, Laurids Ortner, Oswald Matthias Ungers).

Der neue Wissenschaftsminister Erhard Busek nimmt sich 1989 des Themas an und setzt sich eine Fertigstellung der Revitalisierung bis 1995 zum Ziel. Er beauftragt den Kunsthistoriker Dieter Bogner und den Architekturkritiker Dietmar Steiner mit einem neuen Konzept als Grundlage der zweiten Stufe des Wettbewerbs für das nun als „Museumsquartier“ bezeichnete Projekt.

Von 1989 bis 1990 findet die zweite Stufe des Wettbewerbs statt. Die Jury entscheidet sich für das Projekt von Laurids und Manfred Ortner. Das Siegerprojekt wird im Messepalast ausgestellt.

Es formiert sich eine Bürgerinitiative gegen das Projekt. Dieter Bogner wird zum Konzeptkoordinator und neben Günther Bischof zum Geschäftsführer der Errichtungs- und Betriebsgesellschaft bestellt. Sie wird zu 75% vom Bund, zu 25 % von der Stadt Wien kontrolliert. Die Wiener Messe erhält für den Verzicht auf ihre Mietrechte eine Abschlagszahlung von 370 Millionen Schilling.

Die Kritik von Seiten der Bürgerinitiative nimmt bis 1992 weiter zu, die Kronen-Zeitung schaltet eine Kampagne gegen das Projekt. Der „Leseturm“ wird zum Stein des Anstoßes.

1992 präsentieren Ortner & Ortner eine reduzierte Variante. Ein überparteiliches Personenkomitee stellt sich hinter das Projekt. Für die adäquate Unterbringung der Sammlung Leopold wird eine neuerliche Umplanung nötig, was zur Reduktion der übrigen Bauten führt.

2001 werden die Neubauten offiziell durch Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer und Bürgermeister Michael Häupl an die künftigen Nutzer übergeben. Die feierliche Eröffnung findet am 21. Juni 2001 statt.

Modell des MQ mit mehreren Gebäuden, Straßen, Bäumen und einem kleinen Wasserbecken
MQ Architekturmodell © MuseumsQuartier Wien, Foto: Klaus Pichler
Drei Personen stehen um einen Tisch mit einem Modell des MuseumsQuartier Wien auf dem MQ Vorplatz mit einer hellen Fassade.
Modell am MQ Vorplatz © MuseumsQuartier Wien, Foto: Paul Bauer
Modell des Siegerprojekts von Ortner Ortner für das MQ Wettbewerbsmodell 1990 mit Gebäuden und Gartenanlagen aus der Vogelperspektive.
Ortner & Ortner, MQ Wettbewerbsmodell Siegerprojekt 1, 1990 © MuseumsQuartier Wien