Simon Chang
Key Facts
Simon Chang (張雍) ist ein taiwanesischer Fotograf mit Sitz in Ljubljana, Slowenien. Seine Arbeit konzentriert sich auf langfristige dokumentarische Projekte, die Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit über Kulturen hinweg erforschen. Seit 2003 lebt und arbeitet er in Europa und entwickelt langfristige Projekte zwischen Taiwan und Mittel- und Osteuropa. Seine Arbeiten wurden international ausgestellt, unter anderem im Museo Reina Sofía (Madrid), im Taipei Fine Arts Museum, im National Taiwan Museum of Fine Arts und im National Art Museum of China (Peking), sowie im Cankarjev dom (Ljubljana) und beim Belfast Photo Festival, wo sein Projekt Shepherds and the Slaughterhouse Anerkennung erhielt. Er ist dreifacher Preisträger der Golden Tripod Awards in Taiwan. Er arbeitet mit der Galerija Fotografija zusammen und entwickelt weiterhin langfristige Projekte wie Dolls of the Valley und Na pol doma / 1/2 Hometown, neben seiner Tätigkeit als Lehrer und Mentor.
Projektinfo
Während meiner Residency im MuseumsQuartier werde ich weiterhin an zwei langfristigen Projekten arbeiten, die in den vergangenen Jahren mit mir gewachsen sind: Dolls of the Valley und A Short Biography: There is Not Enough Paper in the World for the Whole Thing. Beide entstehen aus einer anhaltenden Neugier auf Menschen, deren Geschichten oft ungesehen bleiben, und aus dem Wunsch, ihnen mit Zeit, Respekt und Aufmerksamkeit zu begegnen.
Dolls of the Valley begleitet die Drag-Community in Slowenien. Mich zieht der fragile Raum zwischen Performance und Alltag an, in dem Stärke und Verletzlichkeit still nebeneinander existieren. In Wien hoffe ich, diesen Dialog zu erweitern, indem ich mich mit den queeren Communities der Stadt verbinde, sodass unterschiedliche Geschichten und Erfahrungen aufeinandertreffen und Resonanz finden können.
Das zweite Projekt entfaltet sich innerhalb einer psychiatrischen Einrichtung in Slowenien, einem Ort, der lange Zeit außerhalb der Sicht geblieben ist. Während meines Aufenthalts möchte ich auch Zeit im Museum Gugging verbringen, um von den dort arbeitenden Künstler:innen zu lernen und darüber nachzudenken, wie Kreativität jenseits konventioneller Strukturen existieren kann.
Mit diesen beiden Projekten nach Wien zu kommen, sehe ich die Residency als einen Raum der Begegnung – in den unterschiedlichen Geschichten, Hintergründe und Lebensweisen behutsam aufeinandertreffen können. Als taiwanesischer Fotograf mit Sitz in Slowenien interessiert mich, was in diesen Begegnungen geschieht: wie Dinge auf den ersten Blick sehr unterschiedlich erscheinen mögen, sich jedoch mit der Zeit zeigt, was wir miteinander teilen.
Während der Residency werde ich mich auf das Editieren, die Reflexion und darauf konzentrieren, Wege zu finden, diese Arbeiten mit Sensibilität und Sorgfalt zu vermitteln.