Oxana Jguirovskaia
Key Facts
Oxana Jguirovskia ist eine unabhängige Kuratorin und Kritikerin belarussischer Gegenwartskunst. Sie absolvierte ihr Studium an der Europäischen Humanistischen Universität in Litauen. Darüber hinaus leitet sie den Fachbereich „Studien zur zeitgenössischen Kunst“ am ECLAB, einem unabhängigen Liberal Arts College in Minsk, und ist dort auch als Dozentin tätig.
Im Jahr 2010 wurde sie beim Kuratorenwettbewerb in Minsk mit dem Grand Prix ausgezeichnet. Zu ihren zentralen Forschungsinteressen zählen Kunst im öffentlichen Raum, autobiografische Kunst sowie soziale Aspekte der Gegenwartskunst. Oxana war die erste belarussische Kuratorin, die in Minsk ein groß angelegtes Projekt zur zeitgenössischen Kunst Belarusslands organisierte: „Radius of Zero. Art Ontology of Art-Zero“ (2010–2013). Das Projekt umfasste sowohl Forschungs- als auch Ausstellungsteile. Im Anschluss daran war sie Mitherausgeberin des ersten Buches über belarussische Gegenwartskunst.
In ihrer Arbeit legt sie großen Wert auf Unabhängigkeit und ist keiner Kunstinstitution dauerhaft zugeordnet. Ihr Tätigkeits- und Forschungsfeld umfasst die Konzeption von Ausstellungen mit kritischem Ansatz sowie die Auseinandersetzung mit sensiblen oder verborgenen Themen, die im Bereich der gesellschaftlichen, kulturellen und institutionellen Kritik der belarussischen Gesellschaft und Kunst verankert sind. Oxana arbeitet gerne interdisziplinär mit Forscherinnen und Forschern, Philosophinnen und Philosophen, Soziologinnen und Soziologen sowie Historikerinnen und Historikern zusammen. Sie ist überzeugt, dass auf diese Weise relevantere und vielseitigere Projekte entstehen können.
Projektinfo
Während ihres Aufenthalts in Wien arbeitet Oxana an dem Artikel „Besonderheiten von Disproportionalität und kritischer Positionierung in der Kunstkritik und im Kunstjournalismus von Belarus“. Darin analysiert und untersucht sie die Beziehung zwischen dem kritischen Diskurs und der sozialen, kulturellen sowie politischen Situation des Landes. Ihr Fokus liegt darauf, aufzuzeigen, wie sich gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen auf die Kunstkritik auswirken und wie kritische künstlerische Positionen zugleich gesellschaftliche Entwicklungen reflektieren und hinterfragen.