Dorottya Szonja Koltay
Key Facts
Dorottya Szonja Koltay (geboren 1996 in Budapest) ist eine bildende Künstlerin. Ihre Arbeit zeichnet sich durch einen interdisziplinären Ansatz in einer vielfältigen Bandbreite von Medien aus. Durch ihre Projekte schafft sie Möglichkeiten für kollektives Spiel. Mithilfe performativer Übungen versucht sie, uns dazu zu ermutigen, friedliche Mobilisierung zu praktizieren. Sie ist an der Entwicklung partizipativer Prozesse beteiligt mit dem Ziel, kreative Fähigkeiten so breit wie möglich zugänglich und erreichbar zu machen. Sie schafft Kunstinstallationen im öffentlichen Raum ebenso wie auf intime Räume zugeschnittene Projekte, wobei sie fragile Erfahrungen erforscht oder mit marginalisierten Gruppen zusammenarbeitet. Sie untersucht die schwer zugänglichen Schichten privater Erzählungen. Ihr Fokus liegt auf der intimen Sphäre, auf Beziehungen; auf dem, was sich innerhalb der vier Wände befindet oder direkt in der Wand selbst. Verletzlichkeit und Aggression sind zentrale Themen ihrer Erzählungen, häufig begleitet von Absurdität und Verspieltheit – Elemente, die auch den Prozess der Zähmung dieser Erfahrungen prägen.
Unter anderem stellte Koltay ihre Arbeiten 2025 auf der OFF Biennale Budapest aus. Für ihre Ausstellung „Brickology: What fell down by night, was built back by dawn“, die im Kassák-Museum präsentiert wurde und bei der sie mit dem von ihr gegründeten Performance-Kollektiv Téglakar (Brick Choir) zusammenarbeitete, erhielt sie 2026 den AICA Award in der Kategorie Beste Einzelausstellung.
Projektinfo
Sie freut sich darauf, ihren kooperativen Ansatz zu erproben – eine Form der Zusammenarbeit innerhalb einer Gemeinschaft, bei der sie ihre bestehende Methodik in einer neuen Gemeinschaft anwenden kann. Dies kann durch Erzählen, spielerischen Wissensaustausch und die Schaffung geschützter Personas erreicht werden. Sie möchte einen Raum schaffen, in dem Dokumentation und Fiktion miteinander in Wechselwirkung treten.
Sie entwickelt einen weiteren praktischen Leitfaden, um sich in der Dunkelheit zurechtzufinden – ein Taschenwörterbuch für das Zuhausebleiben. Sie strebt danach, ein fiktives Handbuch zu schaffen, in dem angesammeltes Wissen, auch wenn es mitunter völlig irrational ist, dennoch dem Zweck des Überlebens dient. Doch sie sucht nicht nach einem Grund, denn dort, wo sie lebt, ist das Grauen die Norm. Sie sucht nach einer Sprache, um die Wildnis zu zähmen. Sie strebt eine partizipative Forschung an, in der die eingenommenen Rollen und die verwendeten Sprachen keine festen Perspektiven bestimmen, weil die Forschenden und die Erforschten ständig die Plätze wechseln.