Chumani Ivukuvuku Mantanga
Key Facts
Ivukuvuku stammt aus dem Dorf eMgwenyane in Tsomo in der Provinz Eastern Cape. Die multidisziplinär arbeitende Künstler:in ist in den Bereichen Malerei, Glas, Keramik, Schreiben, Fotografie und Performance tätig. Die künstlerische Praxis beschäftigt sich mit Themen wie Erinnerung, Heimat, Heilung, Geschichte und Ahnen.
Ivukuvuku schloss ein Bachelorstudium der Bildenden und Angewandten Künste an der Tshwane University of Technology ab. Der Name Ivukuvuku ist von der Erkenntnis inspiriert, dass ein Stück Stoff – selbst wenn es als unangenehm wahrgenommen oder übersehen wird – für Wiedergeburt, Transformation und die Feier geheilter Versionen des eigenen Selbst stehen kann.
Ivukuvukus künstlerische Praxis ist ein tiefgreifender Ausdruck von Transformation und Erneuerung. Dabei werden weggeworfene indigene Materialien und Praktiken neu belebt. Durch elementare Rituale und kunstvolle Verzierungen wird Sackleinen in ein kraftvolles Symbol für Identität, Erinnerung und das Erbe der Vorfahren verwandelt. Indem Ivukuvuku Sackleinen mit Haut gleichsetzt, stellt die Künstler:in gesellschaftliche Normen und Erwartungen infrage. Das Material wird den elementaren Kräften von Wasser, Feuer, Wind und Sonne ausgesetzt und anschließend mit aufwendigen Perlenarbeiten, Tierhäuten und weiteren Techniken verziert. In diesem Prozess verwebt Ivukuvuku komplexe Erzählungen über Identität, Erinnerung und die Verbindung zu den Vorfahren und schafft so sakrale Räume für gemeinschaftliche Heilung, Wiederannäherung, Feier und die Würdigung der fortdauernden Präsenz der Ahnen.
Projektinfo
Durch diese Residency möchte Chumani Mantanga die Erinnerungen an ihre Großmutter in eine Erzählung über ein persönliches und kollektives uraltes Bewusstsein verweben. Inspiriert von den Erneuerungszyklen des Mondes verbindet ihr künstlerischer Ausdruck Bewegung und natürliche Elemente, um das Wesen der Rhythmen des Lebens einzufangen. Sie erforscht transformative Momente durch ritualisierte Ausdrucksformen. Indem sie alte Geschichten weitergibt, stellt ihre Praxis die Verbindung zwischen Materialität, Körper, Ritual und Zuhause wieder her.
Unter dem Titel „Umnikelo WokuQamatala / The Beginning of Return“ untersucht die Arbeit die fließende, wandelbare Natur des Mondes und seine Verbindung zu alten Ritualen und spirituellen Symbolen. Sie lässt ein weibliches Bewusstsein anklingen, das die Bedeutung der Selbstdarstellung als Mittel der Heilung und als heiligen Zufluchtsort hervorhebt. In ihrer Performance möchte Mantanga die Silhouetten und Formen des Mondes nachbilden und über seine Veränderungen in Zeit und Raum reflektieren.
Inspiriert von den Erzählungen ihrer Großmutter über die Bedeutung der Mondphasen innerhalb indigener Wissenssysteme, verbindet die Performance Symbole, Schatten, Spiegelungen und lunare Elemente, die zauberhafte Erinnerungen an das Frausein hervorrufen. Sie würdigt die Beständigkeit unverfälschter und heiliger ritueller Praktiken, die mit der Arbeit von Frauen und dem Wissen verbunden sind, das sie für ein nachhaltiges Leben in sich tragen.
Ein bedeutender Moment der Performance zeigt eine Frau, die ein Baby auf dem Rücken trägt und gleichzeitig ein Bündel Feuerholz auf dem Kopf balanciert. Im weiteren Verlauf entwickelt sich die Erzählung jedoch durch figurative Körper, abstrakte Silhouetten und die reflektierende Natur der Jahreszeiten, die menschliche Erfahrungen widerspiegeln und zeigen, wie diese die Form und den Zweck von Ritualen beeinflussen.