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MQ Sommerbühne / O-TÖNE

Eröffnung O-Töne: Norbert Gstrein | Katherina Braschel

Literaturfestival

Zwei Personen, eine steht in einem Raum mit Kartons, die andere lehnt an einer mit Graffiti besprühten Wand neben einem Fenster mit abblätternder Farbe.
Katherina Braschel © Aleksandra Pawloff; Norbert Gstrein © Isolde Ohlbaum
MQ Sommerbühne  /  MQ Haupthof

Am 9. Juli eröffnet das Literatur-Open-Air O-TÖNE mit Norbert Gstrein, der aus seinem Werk „Im ersten Licht“ liest. Zuvor gibt die Salzburger Autorin Katherina Braschel ihr Debüt mit „Heim holen“. Moderiert wird der Abend von Daniela Strigl.

Norbert Gstrein „Im ersten Licht“
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstreins überwältigender neuer Roman – nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes Leben zerbrechlich in diesem Roman, der mit einem Axthieb beginnt: Adrians Vater macht ihn als Jugendlichen untauglich für den Ersten Weltkrieg, rettet ihn so vielleicht. Der störrische, zärtliche Mensch, der von da an durch über achtzig Lebensjahre hinkt, ist das Wunder dieses Erzählens. Adrian sieht zweimal seine Welt untergehen, hat zweimal mit jungen Männern zu tun, die weniger Glück hatten als er, und erlebt im Alter die unverhoffte Liebesgeschichte eines Mannes, der zu allem erzogen wurde, bloß nicht zum Lieben. Wie leben im Schatten der Kriege und des Tötens? Mit einem furchtlosen Blick in die Vergangenheit stellt sich „Im ersten Licht“ dieser großen Frage der Gegenwart.

Katherina Braschel „Heim holen“
Familienhistorische Recherche und Erinnerung verwebt Katherina Braschel zu einem zart erzählten Debütroman, der radikale Fragen stellt. Aufgewachsen ist Lina, ein Kind der 1990er, in einer Welt, die aus der Zeit gefallen scheint: in einer donauschwäbischen Gemeinschaft, die sich nach Vertreibung und Flucht in Salzburg angesiedelt und ihr traditionelles Leben nach 1945 dort fortgesetzt hat. Als Lina eines Abends von der SS-Mitgliedschaft ihres Großvaters erfährt, beginnt sie, nach Antworten jenseits der großen Opfererzählung zu suchen. Zerrissen zwischen der Liebe zu ihren verstorbenen Großeltern und ihrer eigenen Politisierung, will sie erstmals das Schweigen brechen. Getragen von ihren engen Freund:innen stellt sich Lina ihrer Familiengeschichte und bricht zu einer Recherche auf, die sie bis nach Belgrad führen wird. Als sie endlich auch die Konfrontation mit ihrer Mutter sucht, wird das zur Zerreißprobe …

MQ Sommerbühne

MQ Haupthof

Grauer 3D-Arealsplan des Museumsquartier Wien mit rot markiertem Bereich an der Stelle der MQ Sommerbühne
© MuseumsQuartier Wien 2026