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Basak Senova: Mirror Project

Filmscreening & Buchpräsentation

Filmstill mit Großaufnahme eines Gesichts mit Militärhelm in einem Ausguck.
Ali Cherri: The Watchman, 2023, Filmstill, © Ali Cherri


Freier Eintritt

Als eines der Projekte von Agrigent, der italienischen Kulturhauptstadt 2025, wurde das Projekt „Mirror“ in Zusammenarbeit mit „The Atlas (of Creative Mechanisms): [Curating–Conducting]“ realisiert.

Das von Basak Senova und Jonatan Habib Engqvist kuratierte Projekt entstand in Zusammenarbeit mit acht Institutionen aus ganz Europa (Istanbul Modern, Kunsthalle Wien, Kunsthaus Dahlem (Berlin), Liljevalchs Konsthall (Stockholm), Nationalmuseum für moderne Kunst (Zagreb), The Art Rooms, ARUCAD (Kyrenia), CVAR Centre of Visual Arts and Research (Nikosia) und das Reykjanes Art Museum). Das Projekt besteht aus drei miteinander verbundenen Kapiteln; das dritte Kapitel umfasst die Präsentation des Filmprogramms und des Buches in den Partnerinstitutionen im Jahr 2026.

Filmscreening ACT III

  • Einführung von Basak Senova
  • Ali Cherri: The Watchman, 2023, 26 Minuten
  • Nisrine Boukhari: The State of Water, 2024, 22 Minuten
  • Marcus Neustetter: The Ashes, 2024, 3 Minuten
  • Q&A mit Basak Senova
Filmstill mit Großaufnahme eines Gesichts mit Militärhelm in einem Ausguck.
Ali Cherri: The Watchman, 2023, Filmstill, © Ali Cherri

Ali Cherri: The Watchman, 2023

„The Watchman“ spielt auf Zypern und handelt von Sergeant Bulut, der lange Nächte in einem abgelegenen Wachturm verbringt und auf einen Feind wartet, der niemals eintrifft. Dieser Zustand des Schwebens schafft eine Zeit, die von Wiederholung, Erwartung und Unbehagen geprägt ist. Allmählich tauchen seltsame Lichter am Horizont auf, die auf Präsenzen hindeuten, die aus Konfliktgeschichten stammen, welche bleibende Spuren im kollektiven Gedächtnis hinterlassen haben. Cherri nutzt diesen Grenzzustand, um die psychologische und ideologische Last der Pflicht zu untersuchen und aufzudecken, wie die Logik des Krieges auch ohne aktive Konfrontation fortbesteht. Die Isolation des Soldaten wird zum Ausgangspunkt für die Erforschung dessen, wie Wachsamkeit in Angst umschlägt und wie überlieferte Erzählungen von Bedrohung die Identität prägen. Durch sein zurückhaltendes Tempo legt das Werk den anhaltenden Einfluss militarisierten Denkens offen und zeigt, wie schwierig es ist, sich von einer Vergangenheit zu lösen, die von Gewalt und Vorurteilen geprägt ist.

Das Filmstill zeigt dunkles Wasser das sich bis zum Horizont erstreckt, der Himmel ist von dunklen Wolken durchzogen.
Nisrine Boukhari: The State of Water, 2024, Filmstill, © Nisrine Boukhari

Nisrine Boukhari: The State of Water, 2024

„The State of Water“ ist eine visuelle und poetische Interpretation der Trennung von Raum und Zeit durch fragmentierte Dialoge zwischen drei Figuren: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Zusammenspiel von Licht, Schatten und Wasser wird zur Metapher für die Auflösung von Identität, Erinnerung und Struktur. Die Langsamkeit und der im Rhythmus der Meereswellen angeordnete Text erzeugen hypnotische Bilder, die den Geist schweifen lassen, mit der Wahrnehmung spielen und die Worte der Figuren in den Hintergrund treten lassen. Der Film verweilt in Momenten, in denen die Bedeutung ins Unbestimmte abdriftet, und lässt so die Zeit selbst zur Protagonistin werden. Reflexionen und Lichtbrechungen verwischen die Grenzen zwischen den drei Stimmen und verwandeln den Dialog in einen fließenden Austausch, der sich jeder Linearität entzieht.

Das Filmstill zeigt einen Strand mit einer rostigen Plattform, im Hintergrund ist das Meer und blauer Himmel.
Marcus Neustetter: The Ashes, 2024, Filmstill, © Marcus Neustetter

Marcus Neustetter: The Ashes, 2024

Indem er an jene Gewässer zurückkehrt, in denen er sieben Jahre zuvor die Asche seines verstorbenen Vaters verstreut hat, setzt sich Marcus Neustetter sowohl mit der Erinnerung als auch mit der Abwesenheit auseinander. Seine Gesten des Nachzeichnens werden zu einem Versuch, das Ungreifbare, den sich wandelnden Horizont, die Rhythmen des Ozeans und die Beständigkeit des Verlusts einzufangen. Diese Spuren erkennen zwar die Vergeblichkeit an, sich an verblassende Erinnerungen festzuhalten, verkörpern aber zugleich das, was sich nicht in Worte fassen lässt. Neustetters fortwährende Suche nach visuellen und performativen Strategien, um das auszudrücken, was hier oft unausgesprochen bleibt, setzt sich direkt mit Trauer und ihrer Verdrängung auseinander. In Zusammenarbeit mit den Musiker:innen Micca Manganye und Anathi Conjwa wird die Stille des Verlusts durch ritualisierte Rhythmen, improvisierte Klänge und Gesang neu interpretiert. Gemeinsam verwandelt das Werk private Trauer in einen gemeinsamen Aufruf zur emotionalen Verbundenheit und spiegelt damit den Moment der Besinnung des Künstlers am Ufer wider.

Informationen

  • Die Veranstaltung ist kostenlos.
  • Basak Senova stellt das Projekt und die dazugehörige Pulikation auf Englisch vor.
  • Das Projekt „ Mirror“ wurde in Zusammenarbeit mit „The Atlas (of Creative Mechanisms): [Curating–Conducting]“ durchgeführt, einem vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderten PEEK-Projekt, das vom Institut für Kunstwissenschaften und Kunstpädagogik an der Universität für angewandte Kunst Wien betreut wurde.

Kunsthalle Wien

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