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Steine zwischen den Fronten

Melanie Hollaus & Christoph Lammerhuber

Große, abstrakte Betonplastik mit zwei kubischen Formen auf einem geneigten Hügel vor bewölktem Himmel.
Steine zwischen den Fronten, 2023 © Melanie Hollaus, Christoph Lammerhuber

14.09. – 27.11.2023

Hof 7

Im Rahmen der Augmented-Reality-Ausstellung „Steine zwischen den Fronten“ von Melanie Hollaus und Christoph Lammerhauser können im MuseumsQuartier Erinnerungsorte des antifaschistischen Widerstandes im ehemaligen Jugoslawien und deren politischen, sozialen und historischen Hintergründe via Smartphone oder Tablet entdeckt werden.

Während Josip Titos Regierungszeit (1953-1980) entstanden über 200 Monumente, sogenannte „Spomeniks“, die an den Widerstand der Partisan:innen und an Verbrechen des Zweiten Weltkriegs erinnern. Viele der damals erbauten „steinernen Zeugen“ sind heute vergessen, verwahrlost oder zerstört. Die Denkmäler die seinerzeit für die Zusammengehörigkeit aller Bewohner:innen der Republiken und autonomen Provinzen Jugoslawiens standen, symbolisieren heute die politische und gesellschaftliche Zerrissenheit sowie die ethnisch, national und religiös motivierten Konflikten, die auch lange nach dem Ende der Balkankriege (1991-2001), existieren. 

Melanie Hollaus & Christoph Lammerhuber wurden im Rahmen ihrer Recherchen zu antifaschistischen Denkmälern im Juni 2022 in Mostar, Bosnien-Herzegowina, Zeug:innen der politisch motivierten Zerstörung der Partisanennekropole von Bogdan Bogdanović. Der architektonische Nachlass Bogdanovićs, der in Wien im Exil war, befindet sich in der Sammlung des Architekturzentrums Wien (Az W). Daher entstand die Idee, die Denkmäler an diesen Ort zu holen.

In Form von Multikanal-Videoinstallationen und Soundcollagen sowie anhand von dreidimensionalen digitalen Modellen und Fotografien werden die riesigen surrealistischen Monumente in ihrer Einzigartigkeit, aber auch mit all ihren ambivalenten Zuschreibungen erlebbar gemacht. Die „Spomeniks“ werfen heute – wie viele andere historische Monumente auch – Fragen der Erinnerungskultur und widersprüchlicher Geschichtsschreibungen auf.

Die digitale Ausstellung ist im Hof 7 des MuseumsQuartier zu sehen und über QR-Codes zugänglich, die sich auf gekennzeichneten Betonhockern befinden. Ergänzend zur Augmented-Reality-Ausstellung können architektonische Entwürfe und Skizzen Bogdanovićs in der Schausammlung des Az W besichtigt werden.

Ein Projekt von Melanie Hollaus und Christoph Lammerhuber, in Kooperation mit MuseumsQuartier und dem Architekturzentrum Wien

Betonskulptur mit zwei kubischen Formen auf einem gerillten, zylindrischen Sockel vor blauem Himmel.
Steine zwischen den Fronten (Videoausschnitt), 2023 © Melanie Hollaus, Christoph Lammerhuber
Drei grob behauene Steinkreuze an einer hellen Wand.
Steine zwischen den Fronten (Videoausschnitt), 2023 © Melanie Hollaus, Christoph Lammerhuber
Nahaufnahme eines grob behauenen, zackigen Steindenkmals mit unregelmäßiger Öffnung in der Mitte.
Steine zwischen den Fronten (Videoausschnitt), 2023 © Melanie Hollaus, Christoph Lammerhuber
Betonwand mit rechteckigem Spiegel, der zwei abstrakte, polygonale Skulpturen reflektiert, vor dunklem Himmel.
Steine zwischen den Fronten (Videoausschnitt), 2023 © Melanie Hollaus, Christoph Lammerhuber

Hof 7

Schwarz-weiße 3D-Linienzeichnung eines Areals mit mehreren Gebäuden, markiert ist Hof 7 mit einem Standortpin.
© MuseumsQuartier Wien