THE MATERIAL SHOW
We build houses. We take them apart
Die Ausstellung vereint gegenwärtige lokale wie internationale künstlerische Positionen, die sich mit der Beschaffenheit, Geschichte und Bedeutung architektonischer Materialien auseinandersetzen. Im Zentrum stehen dabei sowohl inhaltliche als auch formale Annäherungen an Stoffe wie Beton, Stahl, Stein, Glas oder Holz – Materialien, die unsere gebaute Umwelt formen, strukturieren und prägen.
Mit Werken von Lara Almarcegui, Hannes Böck, Cäcilia Brown, Werner Feiersinger, Andreas Fogarasi, Daria Koltsova, LITTLE WARSAW, Markéta Othová, Bianca Pedrina, Nick Relph, Iris Touliatou, Christoph Weber
Der kontinuierliche Kreislauf von Bauen und Zerstören, von Nützlichkeit und Hinfälligkeit ist der Baukultur von jeher eingeschrieben. Zwölf nationale wie internationale Künstler:innen nähern sich auf inhaltlicher und formaler Ebene Stoffen wie Beton, Stein, Holz, Metall oder Glas an – Materialien, die unsere gebaute Umwelt formen und strukturieren. Aufbauend auf den langjährigen und tiefgehenden Recherchen des Künstlers und Ko-Kurators der Ausstellung Andreas Fogarasi erfolgte die Auswahl der eingeladenen Künstler:innen, die ein gemeinsames Interesse auszeichnet. Durch ihre künstlerische und forschende Praxis lenken sie die Aufmerksamkeit auf jene essenziellen Bestandteile unserer Umgebung, denen wir in ihrer Selbstverständlichkeit oft kaum nähere Beachtung schenken, die wir vielmehr häufig erst bewusst wahrnehmen, wenn sie nicht funktionieren, mangelhaft oder gar ruiniert sind. Dabei verändert sich Architektur, gerade auch im urbanen Kontext, mit rasanter Geschwindigkeit – so auch in unmittelbarer Nachbarschaft des MQ Freiraum: Ein erst kurz zuvor entstandener gigantischer Rohbau auf der Mariahilfer Straße ist einem der größten Unternehmenskonkurse der österreichischen Geschichte anheimgefallenen und wird wieder abgerissen.
Nicht zufällig findet die Ausstellung zum 25-jährigen Jubiläum des MuseumsQuartier statt, das zu einem der größten Kulturareale der Welt zählt und dessen Baustruktur mehr als 300 Jahre Geschichte voller Veränderungen in sich trägt. Durch den in Planung befindlichen Neubau des Hauses der Geschichte Österreich sowie die Begrünung der Innenhöfe durchläuft das MQ auch weiterhin Transformationen. In den Ausstellungsräumen geraten nicht nur die materiellen Grundlagen der Architektur in den Blick, sondern auch die ihnen eingeschriebenen sozialen und ökologischen Aspekte. In einer Zeit vermehrter Krisen und Umwälzungen lenkt die Ausstellung die Wahrnehmung auf – architektonisch wie gesellschaftlich – Notwendiges, das nicht als selbstverständlich betrachtet werden sollte. Sie lädt aber auch dazu ein, Schönheit im Grundlegenden zu entdecken.
Kuratiert von Andreas Fogarasi und Astrid Peterle.
MQ Freiraum