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Overground Resistance

Eine Kunstgalerie mit gedämpfter Beleuchtung und Gewölbedecke zeigt zeitgenössische Installationen, hängende Skulpturen, verhüllte Objekte und vielfältige Wandkunstwerke.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik

26.08. - 21.11.2021

Brennende Wälder, tauende Permafrostböden, das Abschmelzen von Polareis und Gletschern, Dürren in ehemals fruchtbaren Regionen, das massenhafte Aussterben von Arten – während die Auswirkungen des Klimanotstands allerorts sichtbar werden, handelt staatliche Politik nicht entsprechend der Dringlichkeit der Klimakrise.

So wird an einem Tag der Klimanotstand ausgerufen, während am nächsten Tag fossile Energieträger gefördert, Autobahnen und Flughäfen und Gaspipelines gebaut, und Flächen großräumig versiegelt werden. Weltweite Klimagerechtigkeitsbewegungen versuchen daher, den notwendigen gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben. Die Ausstellung „Overground Resistance“, kuratiert von Oliver Ressler, zeigt Arbeiten von Künstler*innen, die ihre Arbeiten im Dialog mit der Klimagerechtigkeitsbewegung entwickeln, und sich als Teil dieser Bewegungen begreifen.

25 Jahre der Klimaverhandlungen haben im Rahmen der Vereinten Nationen keine Reduktion der globalen CO2-Emissionen bewirkt. Soziale Bewegungen erhöhen daher den Druck auf Regierungen, das Ende der auf fossilen Brennstoffen basierenden Ökonomie und die Umstellung auf eine CO2-neutrale Gesellschaft einzuläuten.

Verkehr, Nahrungsproduktion, Wohnen sowie Arbeiten müssen neu organisiert werden und der gesellschaftliche Fokus von Wachstum und Profit hin zu Ressourcenschonung, Erhaltung der Lebensgrundlagen, Klimagerechtigkeit und globale Umverteilung verschoben werden, z.B. durch die radikale Besteuerung klimaschädlicher Fortbewegungsmittel und ressourcenverbrauchender Produktionen.

Große weiße Wand mit Ausstellungstext und Titelschriftzug ‚Overground Resistance‘ in einem modernen Museumsraum.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik
Ein Ausstellungsraum mit einer weißen Wand, an der ein Bildschirm mit Kopfhörern und ein großer Wandtext mit der Überschrift 'Overground Resistance' befestigt sind, daneben ein quaderförmiges Objekt mit gelben und braunen Flächen.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik
Ausstellungsraum mit zwei Monitoren an der Wand, Kopfhörern, einem quaderförmigen Objekt auf dem Boden und mehreren großformatigen Wandtafeln mit Text und Grafiken.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik
Großer silberner und roter Würfel schwebt vor einer Wand mit einem langen, rechteckigen Kunstwerk und mehreren kleinen Objekten auf dem Boden.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik
Blick in einen Ausstellungsraum mit weißen Trennwänden, zwei Monitoren an den Wänden und zwei quaderförmigen Objekten auf dem Boden.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik
Mehrere gelbe, verschnürte Pakete liegen auf dem Boden eines Ausstellungsraums mit großformatigen Wandprojektionen und drei Plakaten mit Lungenmotiven an der Wand.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik
In einer Kunstgalerie hängt an der Wand ein großes Porträt einer nachdenklichen Person. Unter den gewölbten Decken befinden sich zudem abstrakte Skulpturen, darunter hängende und kastenförmige Werke.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik
In einem schwach beleuchteten Raum ist eine große Schwarz-Weiß-Projektion eines Redners mit Mikrofon und Kopfschmuck zu sehen. An der rechten Wand sind drei kleine, beleuchtete Kunstwerke ausgestellt, und auf dem dunklen Boden steht ein mit Klebeband umwickelter Würfel, der eine nachdenkliche Atmosphäre schafft.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik
Eine Ausstellungswand mit verschiedenen Protestplakaten, darunter Botschaften gegen die Dakota Access Pipeline. Lebendige Illustrationen vermitteln Aktivismus und Widerstand.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik
Das Interieur einer modernen Galerie mit einer roten Leuchtreklame, auf der zu lesen ist:  "ARTISTS NEED TO CREATE ON THE SAME SCALE THAT SOCIETY HAS THE CAPACITY TO DESTROY," was eine Dringlichkeit vermittelt.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik
In einer schwach beleuchteten Kunstgalerie ist an einer Wand ein Videoporträt einer Frau zu sehen, an den angrenzenden Wänden hängen Fotos. Die Atmosphäre ist modern und besinnlich.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik
Eine Kunstgalerie mit gedämpfter Beleuchtung und Gewölbedecke zeigt zeitgenössische Installationen, hängende Skulpturen, verhüllte Objekte und vielfältige Wandkunstwerke.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik
In einer modernen Galerie mit hoher Decke hängt eine metallene Würfelskulptur von der Decke herab. An den Wänden sind farbenfrohe, abstrakte Kunstwerke sowie zwei Fernseher zu sehen. Das Ambiente ist zeitgemäß und reflektierend.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik
Ausstellung mit dem Titel „Overground Resistance“. Ein schwach beleuchteter Raum mit Fotos an einer weißen Wand, einem beleuchteten Notausgang und einem auffälligen Protestbanner, das im Inneren zu sehen ist.
© MuseumsQuartier Wien, Foto: Sam Beklik

Während historischer Widerstand zumeist „underground“ von Partisan*innen oder außerparlamentarischen Gruppen organisiert wurde, findet Klimaaktivismus im Gegensatz dazu im großen Rahmen „overground“ statt – auch wenn dabei oft die Grenzen dessen, was als legal definiert wird, überschritten werden. Die globale Bandbreite und die Sichtbarkeit der Bewegung zeigen das globale Ausmaß der Bedrohung sowie die beispiellose gesellschaftliche Breite der kollektiven Entschlossenheit, ihr entgegenzuwirken.

So haben z.B. die Besetzungen der Braunkohleabbaustätten in Deutschland zentral dazu beigetragen, dass die Bundesregierung den Ausstieg aus der Kohle beschlossen hat (auch wenn der spätere Ausstiegstermin 2038 es nach übereinstimmender Einschätzung der Klimawissenschaft verunmöglichen wird, dass Deutschland seine vertraglichen Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen erfüllt). Ohne den jahrelangen Druck indigener Aktivist*innen hätte US-Präsident Joe Biden die Genehmigung für die Keystone XL Teersande-Ölpipeline wohl nie widerrufen.

Millionen von Menschen, die den völligen planetaren Klimakollaps verhindern und die Erde auch für die kommenden Generationen als Lebensraum erhalten möchten, werden in der Klimagerechtigkeitsbewegung aktiv. Das gilt auch für zahlreiche Künstler*innen.

Der Text „Overground Resistance“ ist in fetten Buchstaben auf dunklem Hintergrund gehalten und mit zarten roten und weißen abstrakten Mustern im Text versehen, was eine geheimnisvolle Atmosphäre erzeugt.
© Overground Resistance

"Overground Resistance" ist eine Erweiterung des vom FWF finanzierten Forschungsprojekts „Barricading the Ice Sheets“ von Oliver Ressler, das die Klimakrise, die Klimagerechtigkeitsbewegung und ihr Verhältnis zur Kunst untersucht. „Barricading the Ice Sheets“ wird im Rahmen von Einzelausstellungen in der Camera Austria, Graz (04.09. – 21.11.2021); dem Museum of Contemporary Art, Zagreb (30.11.2021 – 30.01.2022) umgesetzt. Die Ausstellung wird in einer neuen Konfiguration 2022 im NeMe Arts Centre in Limassol, Zypern fortgeführt.

Künstler:innen:

Tiago de Aragão (BRA), Lauren Bon and the Metabolic Studio (USA), Noel Douglas (GBR), Francisco Huichaqueo (Mapuche Nation/CHL), Gilbert Kills Pretty Enemy III (Hunkpapa Lakota of the Standing Rock Sioux Tribe/USA), Kathy Jetn̄il-Kijiner & Aka Niviâna (MHL/GRL), Laboratory of Insurrectionary Imagination (FRA), The Natural History Museum (USA), Oliver Ressler (AUT), Rachel Schragis (USA), Seday (FRA), Jonas Staal (NLD), Tools for Action (HUN/NLD)

Kuratiert von Oliver Ressler

Organisiert in Kooperation mit dem

Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten

MQ Freiraum

Grauer 3D-Arealsplan des Museumsquartier Wien mit rot markiertem Bereich an der Stelle des MQ Freiraum
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