Chalisée Naamani
Octogone
Die Kunsthalle Wien präsentiert die erste Einzelausstellung außerhalb Frankreichs der französisch-iranischen Künstlerin Chalisée Naamani (geb. 1995, Paris). Unter dem Titel „Octogone“ vereint die Ausstellung eine Reihe aktueller Skulpturen, Drucke und Textilarbeiten mit eigens für die Ausstellung geschaffenen Neuproduktionen.
Naamani überlagert und collagiert Bilder, Stoffe und Texte aus unterschiedlichen Quellen zu skulpturalen, grafischen und textilen Arbeiten. Ihre „Bildgewänder“ erinnern häufig an Kleidungsstücke und nehmen Bezug auf die Modegeschichte, behaupten jedoch stets ihren Status als Skulpturen, die nicht zum Tragen bestimmt sind. Vielmehr laden sie dazu ein, über die politische Dimension von Kleidung nachzudenken und darüber, wie Fragen von Form, Funktion und Ästhetik mit Macht und kultureller Bedeutung verknüpft sind.
Der Titel und die räumliche Gestaltung der Ausstellung beziehen sich auf das Zurkhaneh [Haus der Stärke]. In diesem Trainingsraum, dessen Ring eine oktogonale Form hat, wird der traditionelle Kampfsport Varzesh-e Pahlavani praktiziert. Nach der arabischen Eroberung des Iran ab dem 7. Jahrhundert wurde der Sport, der für Naamani auch einen Bezugspunkt zu ihrer eigenen iranischen Herkunft darstellt, wegen seines revolutionären Potenzials als Form kulturellen und physischen Widerstands zunächst verboten. In jüngerer Zeit wurde die lange Zeit ausschließlich von Männern dominierte Praxis im Kontext emanzipatorischer Bewegungen im Iran auch von Frauen beansprucht. Innerhalb ihrer skulpturalen Praxis verhandelt die Künstlerin den Einfluss von Popkultur sowie Fragen von politischem Widerstand, Genderstereotypen, Migration und Zugehörigkeit.
Die Ausstellung wird in Kooperation mit Palais de Tokyo, Paris organisiert.
Kunsthalle Wien