Radmila Petrović
Key Facts
Radmila Petrović wurde 1996 in Užice geboren. Aufgewachsen ist sie in Stupčevići bei Arilje. Sie absolvierte die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät in Belgrad, wo sie derzeit ihr Masterstudium abschließt.
Als Preisträgerin der 42. Lim-Fluss-Poesieabende veröffentlichte sie den Gedichtband „Der Duft der Erde“ (Kulturhaus „Pivo Karamatijević“, Priboj, 2014). Als Gewinnerin des 22. Lyrikwettbewerbs „Desanka Maksimović“ erschien ihr Gedichtband „Cellulose Rock ’n’ Roll“ (SKZ und Gymnasium Valjevo, Valjevo, 2015).
Ihre Werke wurden in Anthologien sowie in nationalen und internationalen Zeitschriften veröffentlicht. Sie nahm an zahlreichen Festivals und Lesungen in ganz Europa teil.
Ihr dritter Gedichtband „Mama weiß, was in den Städten geschieht“, der im Frühsommer 2020 beim Verlag PPM Enklava erschien, verkaufte sich mehr als 7.000 Mal. Derselbe Band wurde 2021 auch in Nordmazedonien veröffentlicht; polnische und deutsche Ausgaben sind in Vorbereitung.
Ihre Gedichte wurden zudem ins Englische, Französische, Griechische, Italienische, Slowenische, Spanische, Hebräische und in weitere Sprachen übersetzt.
Sie war Stipendiatin der Regierung der Republik Serbien und nahm an mehreren Schriftstellerresidenzen teil, darunter in Skopje (Reading Balkans, 2021), Berlin (Traduki, 2021) und Wien (Q21, 2022).
Projektinfo
Während des Aufenthalts plane ich, an meinem vierten Gedichtband zu arbeiten. Er beschäftigt sich mit den familiären und gesellschaftlichen Lasten, die ein Mensch mit sich trägt, mit der Aufarbeitung von Kindheitstraumata, dem Ringen mit gesellschaftlichen Zwängen sowie den erschütternden Dynamiken zwischen Neuem und Überliefertem.
Meine Verse sind eine Rebellion gegen die Kultur des Schweigens, die auf dem Balkan tief verwurzelt ist und uns mehr Schaden zugefügt hat als Kriege. Ich schreibe mit der Frage im Hinterkopf, was geschieht, wenn wir all das aussprechen, worüber wir angeblich nicht sprechen dürfen.
Ich versuche, all dies in der Sprache der Natur festzuhalten – mit Worten, die so kraftvoll sind wie Donner und zugleich so sanft wie ein neugeborenes Lamm.
Doch am Ende sollen die Gedichte für sich selbst sprechen.