Nicolas Brault
Key Facts
Der mehrfach ausgezeichnete Animationsfilmemacher und Associate Professor Nicolas Brault ist Direktor der École d’art an der Université Laval in Québec City, Kanada. Im Jahr 2000 gewann er den Wettbewerb „Cinéaste recherché(e)“ des NFB, was zu „Antagonia“ (2002) führte, das bei CINANIMA ausgezeichnet wurde. Anschließend beschäftigte er sich mit der Inuit-Kultur in Islet (2003), mit afrikanischen mündlichen „Traditionen in Hungu“ (2008) sowie mit „The Circus“ (2011), das für den César Award als bester Animationsfilm nominiert wurde. Seit 2012 entwickelt er eine Reihe von kurzen, nicht-narrativen Filmen rund um den menschlichen Körper. „Foreign Bodies“ (2013) gewann den Off-Limits Award in „Annecy, und Squame“ (2015) erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter den Preis für den besten Experimentalfilm bei „MONSTRA“ (2017). „Mémoire entropique“ wurde beim Animafest Zagreb (2024) mit dem Golden Zagreb Award ausgezeichnet sowie beim Vienna Shorts (2025) mit dem Jury Award für herausragende künstlerische Leistung. Derzeit entwickelt er eine neue Reihe, die sich um das Motiv des Sturms zentriert.
Projektinfo:
Verankert im Motiv des Sturms markiert die Residency im MuseumsQuartier den formalen Ausgangspunkt von „Recipes for a Forecast Storm“, einem experimentellen Animationsprojekt, das sowohl als Film als auch als Galerieinstallation konzipiert ist und den Anspruch verfolgt, den Sturm mittels makrofotografischer Sequenzen Bild für Bild neu zu konstituieren.
Das Projekt entwickelt atmosphärische „Rezepte“ – Polyurethanschaum für Wolkenkonvektion, Ferrofluid für den Mesozyklon, unterkühltes Natriumthiosulfat für Schneekristalle, Zymatik für die Druckwelle des Donners. Jedes Material wird aufgrund seiner intrinsischen Eigenschaften ausgewählt: thermisch, chemisch, magnetisch. Diese langsame Erfassung des Realen, Geste für Geste, Bild für Bild, folgt dem Denken von Alva Noë („The Entanglement“, 2023): Kunst als aktive Reorganisation von Erfahrung statt passive Repräsentation der Welt. Geprägt von animistischen Philosophien, in denen Naturkräfte aktive Gegenwarten und nicht bloße Kulissen sind, ruft das Projekt unsere kollektive Handlungsfähigkeit angesichts kommender Stürme auf.
Die ersten Labore werden im MQ durchgeführt und während des Vienna Shorts Festivals bei ASIFAkeil ausgestellt. Der Sturm ist nicht dort draußen – er ist hier.