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Natallia Goryacheva

Weibliche Figur sitzt in lila Kleidung und Sonnenbrille auf gelben Stufen mit Reihen von Plüschbären, Enten und anderen Stofftieren.
Anapa, 2023 © Natallia Goryacheva, Svetlana Dmitrichenko
Mehrere weiße Tauben auf dem Boden eines Raums, jede mit einem Kabel verbunden, das zu einer Steckdose an der Wand führt.
Xharging in progress, 2023 © Natallia Goryacheva
Schwebende Orangenschale, Limettenscheiben und andere Fruchtschalen, umgeben von dünnem Drahtgeflecht vor dunklem Hintergrund.
No title, 2022 © Natallia Goryacheva
Figur eines blauen, humanoiden Körpers auf einer großen, weißen, unregelmäßig geformten Fläche in einem bewachsenen Waldgebiet.
© Natallia Goryacheva
Wald mit dünnen Bäumen und roten Fäden, die quer zwischen den Stämmen gespannt sind.
In the nets of butterflies, 2022 © Natallia Goryacheva

Key Facts

Nationalität
Belarus
Bereich
Fotografie, Performance
Wohnort
Moskau
Empfehlende Institution

BMEIA

Zeitraum
Mai - Juni 2025
Links

@goryachiy.pirozhok

Natallia Goryacheva wurde 1988 in Kobrin, Belarus, geboren und lebt und arbeitet derzeit in Moskau. Als zeitgenössische Künstlerin, die an der Schnittstelle von Fotografie und Objektkunst arbeitet, integriert sie ihre physische Präsenz in ihre Praxis und macht jedes Projekt zu einem performativen Akt. Der Entstehungsprozess ihrer Werke wird oft zu einer öffentlichen Praxis, bei der sich persönliche Erfahrungen zu einem kollektiven Akt der Wahrnehmung entwickeln. Im Mittelpunkt ihrer Kunst stehen ein ironischer Subtext und die Verwendung provokativer Techniken.

Projektinfo

Während ihrer Residency im MQ arbeitet Natallia Goryacheva an „Slips, Trips, Falls“, ein interdisziplinäres Projekt, das den Akt des Fallens neu denkt – nicht als Scheitern, sondern als transformative Kraft. Der Moment des Sturzes markiert eine Weggabelung, an der Systeme Risse bekommen, Erzählungen sich verschieben und neue Realitäten entstehen. Inspiriert ist das Projekt von einem wiederkehrenden Traum des Fallens – eine beunruhigende Schleife, wie sie in hyperproduktiven Gesellschaften häufig an der Schwelle des Bewusstseins auftaucht.
Verankert in Surrealismus und Ironie führt Natallia Goryachevas Arbeit die Figur des Aliens ein – eine fiktive, feminisierte, entwurzelte Präsenz, die sich mit Verwirrung und Neugierde durch regulierte Räume bewegt. Ihr desorientierter Blick wird zur Methode. Als stille Beobachterin und subtile Störerin entlarvt sie durch Missverständnisse und surreale Begegnungen die Absurditäten urbaner, institutioneller und zwischenmenschlicher Strukturen. Im musealen Kontext erinnert ihre Erscheinung an den Fall von Newtons Apfel – ein scheinbar zufälliges Ereignis, das die Logik eines Systems infrage stellt.
Diese Reise entfaltet sich durch surreale Fotografie, Videoarbeiten, Objekte und Performances – eine spielerische und zugleich ironische Auseinandersetzung mit Ordnung, Kontrolle und Produktivität. Indem das Projekt Unsicherheit, Ironie und Fremdheit umarmt, lädt es das Publikum ein, das Fallen nicht als Zusammenbruch, sondern als Impuls zur Veränderung zu begreifen – als Einladung, unsere Bewegungen, Beziehungen und Neuanfänge neu zu denken.