Marija Dejanović
Key Facts
Marija Dejanović ist eine Dichterin und Verlegerin, die zwischen Kroatien und Griechenland lebt. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Pädagogik an der Universität Zagreb. Sie ist Autorin von drei Gedichtbänden, die in Kroatien, Griechenland, den USA, Nordmazedonien, Litauen und Serbien veröffentlicht wurden. Für ihre Arbeit erhielt sie die Auszeichnungen „Goran“, „Kvirin“ und „Zdravko Pucak“ und stand auf der Shortlist für den Tin-Ujević-Preis. Dreisprachige Auswahlen ihrer Lyrik wurden zudem in Deutschland, der Türkei und Griechenland veröffentlicht.
Die englische Übersetzung ihres jüngsten Buches Kindness Separates Night from Day wurde von der Poetry Foundation vorgestellt und von World Literature Today in die Liste bemerkenswerter Übersetzungen aufgenommen. Ihre Gedichte wurden in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und unter anderem in Zeitschriften wie „LitHub, Five Points, Barricade, Sprache im technischen Zeitalter, Lichtungen und Lyrikline“ veröffentlicht. Ihre Arbeiten wurden zudem auf zahlreichen internationalen Festivals in ganz Europa präsentiert.
Dejanović erhielt mehrere Stipendien und nahm an zahlreichen internationalen Residenzprogrammen teil. Sie ist Mitglied des Kroatischen Schriftstellerverbands sowie des Kroatischen PEN-Zentrums. Sie arbeitet mit dem Verlag Thraka zusammen und ist gemeinsam mit Thanos Gogos Creative Director des internationalen Thessalischen Poesiefestivals.
Projektinfo
Während ihres Aufenthalts im MQ wird Dejanović ihren ersten Roman „Hair Salon“ fertigstellen, ein fragmentarisches Werk, das Gewalt gegen Frauen, unzuverlässige Erinnerung und die Ökogeschichte der imaginären Stadt Segestin erforscht, inspiriert von der Heimatstadt der Autorin im kontinentalen Kroatien. Die Geschichte folgt Helena, einer Angestellten in einem seltsamen Salon, dessen Besitzer und Kundschaft nach und nach verschwinden, sowie Mici, einer Journalistin, die den Fall untersucht. Gerüchte über Ženomor, eine pseudofolkloristische Figur, die mit dem Verschwinden in Verbindung gebracht wird, tauchen auf und verwischen die Grenze zwischen Mythos und Realität. Formal verbindet der Roman inneren Monolog, Dialoge im Salon, fiktive Zeitungsausschnitte und poetische Fragmente, wobei die Sprache zunehmend instabil wird, je mehr sich Helenas Zustand verschlechtert. Die Landschaft selbst – Flüsse, Wälder, postindustrielle Straßen und Spuren vergangener Kriege – fungiert als Figur und untersucht Erinnerung jenseits menschlicher Erfahrung sowie die Spannung zwischen Verfall und Beständigkeit.
Während ihres Aufenthalts in Wien wird Dejanović außerdem Gedichte aus ihrem kommenden Buch „Throat“ präsentieren, das im Winter 2026 beim Verlag Sandorf in Kroatien erscheinen soll.