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Ioana Păun

Key Facts

Nationalität
Rumänien
Bereich
Theater, Performance
Wohnort
Bukarest
Empfehlende Institution

tranzit.org/ERSTE Stiftung

Zeitraum
Mai – Juni 2021
Links

ioanapaun.com

@ioanaioanaioanaioanapaun

Ich bin ein zeitgenössischer Theaterregisseur und forsche und arbeite international. Mein Studium habe ich am Goldsmiths, University of London, abgeschlossen. In meiner Arbeit untersuche ich, wie sich Menschen unter extremen politischen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Bedingungen verhalten.

Seit 2012 arbeite ich gemeinsam mit Künstler, Journalist und Hausangestellten aus Mexiko, den Philippinen und Rumänien an einer Plattform, die der sogenannten „Love Industry“ Sichtbarkeit verleiht. Für dieses kulturelle Engagement wurde ich im Rahmen der Culture Fund Gala für den Cultural Inclusion Award nominiert.

Meine Inszenierungen und künstlerischen Konzepte wurden von renommierten Institutionen der zeitgenössischen Performancekunst unterstützt, darunter Le Phénix | Scène nationale Valenciennes, Theatre Royal Stratford East, Europalia, Kunstraum Lakeside, CEC ArtsLink, Teatro Luna Chicago, National Theatre Iași, Ashtar Theatre (Palästina), Teatrul Mic, Schauspielhaus Wien, Schaubühne, MAXXI – Museo nazionale delle arti del XXI secolo in Rom, der British Council, das Onassis Centre in Athen sowie das MNAC Bukarest.

Im Jahr 2017 gründete ich das Performance-Programm am Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst in Bukarest. Dort produzierte und begleitete ich die Arbeiten zahlreicher aufstrebender Performancekünstler, vor allem aus Rumänien, aber auch aus Schweden, Bulgarien, Marokko und Polen.

2021 führte ich in Zusammenarbeit mit der Stanford University sowie dem Pace College und dem Bard College in den USA ein umfangreiches Forschungsprojekt zu den Persona Studies und zu marginalisierten Künstler durch.

Projektinfo

Ich werde meine Residency als Verbindung von künstlerischer Residenz und Performance gestalten. Im Mittelpunkt meiner Recherche stehen Verhaltensweisen, die mit dem Schuldgefühl privilegierter Menschen verbunden sind – jener, die soziale Ungerechtigkeit wahrnehmen und zugleich, wenn auch indirekt, von ihr profitieren.

Mein Projekt geht von einer persönlichen Erfahrung aus: Als ich 15 Jahre alt war, hatte ich während einer Klassenreise ins Ausland erstmals die Gelegenheit, westliches Schuldempfinden zu beobachten. Meine Mitschüler und ich wurden unter einem Berg von Kleidung begraben und aufgefordert, uns auszusuchen, was uns gefiel. Später erlebte ich selbst immer wieder die Scham über mein eigenes Privileg – in unterschiedlichen Zusammenhängen und Machtverhältnissen. Eine Frage ließ mich dabei nie los: Ist Schuld eine Form, Macht abzugeben?

Ausgehend von den Machtverschiebungen der vergangenen Jahre werde ich einen Dialog mit dem Wiener Publikum entwickeln. Ich werde eine Reihe performativer Erfahrungen anbieten, die sich mit den jüngsten Machtverlusten privilegierter Gruppen sowie den widersprüchlichen Gefühlen auseinandersetzen, die diese hervorrufen.

Ioanas Aufenthalt wird außerdem vom Rumänischen Kulturinstitut in Wien unterstützt.