David Přílučík
Key Facts
Geboren 1991 in Zlín, Tschechische Republik.
Lebt und arbeitet in Prag, Tschechische Republik.
Einzelausstellungen
2020
TRANSFER, Pragovka gallery, Praha, Czech Republic
2019
F0—F5, Nitra gallery, Nitra, Slovakia.F5— F0 ,
TIC Gallery, Brno, Czech Republic.
2018
donor, xy gallery,Olomouc, Czech Republic
Zlín - Sad svobody, Sad Svobody, Zlín, Czech Republic
2017
BLIND BIDDING (screening), etc. galerie, Prague, Czech Republic
The Movies of Tomorrow, National Technical Library, Balling Hall, Prague, Czech Republic
2016
En Plein Air 2 (with Jiří Žák), GAVU, Prague, Czech Republic
A.M.180 gallery, Prague, Czech Republic
2015
TRAIN FOR MUTUALITY, 207 gallery, Prague, Czech Republic
FORMATIVE EFFECTS (with Vojtěch Rada), Kostka Gallery, Meetfactory, Prague, Czech Republic
2014
THE LEAST ACTION, U Mloka Gallery, Olomouc, Czech Republic.
2013
shared resources of private interests, sandpits , Zlín, Czech Republic.
Gruppenausstellungen
2018
Festival Transient Zones, Místodržitelský letohrádek, Prague, Czech Republic.
2017
Other Visions CZ 2017, Atrium, Olomouc, Czech Republic.
CROSS9 PREQUEL "SLIME TO FILL BLANKS", Galerie Art+Text, Budapest, Hungary.
„Ano, dělám na tom.“, Spa Luhačovice, Luhačovice, Czech Republic.
Security Garden, FAVU GALLERY, Brno, Czech Republic.
Hra/ničení, D21 Kunstraum, Leipzig, Germany.
2016
SIDE JOB, Czech National Library of Technology, Prague, Czech Republic.
OTHER VISIONS CZ (2007-2015), GAMU, Prague, Czech Republic.
VANITY FAIR, National Gallery in Prague, Prague, Czech Republic.
OTHER VISIONS 2015, CZECH CENTRE NEW YORK, NEW YORK, United States.
Dreams That Money Can Buy, Drdova Gallery, Prague, Czech Republic.
INTERFACE, U Mloka Gallery, Olomouc, Czech Republic.
Spectaculare: Ve snu to ale vypadalo jinak , Klementinum, Prague, Czech Republic.
2015
OTHER VISIONS 2015, PAF, Olomouc, Czech Republic.
DEJ MI PEVNÝ BOD A JÁ POHNU VESMÍREM!, GALERIE HRANIČÁŘ, Ústí nad Labem, Czech Republic.
Pokoje 4, Containall palace, Prague, Czech Republic.
Touch me baby, Jaffa Port, Tel Aviv, Israel.
Now&After’15, International Video Art Festival, Schusev State Museum of Architecture, Moscow, Russian Federation.
tušení souvislostí, Šaloun Villa, Prague, Czech Republic.
2014
verbalní puk, Pod Kaštany - Winter Stadium , Zlín, Czech Republic.
VÝ+TER = VSZ, Masaryk University Archive exhibition space , Brno, Czech Republic.
Lowtech MicroFilm Festival, Green House Studio, Berlin, Germany.
2013
byt či nebyt, GAVU, Prague, Czech Republic.
2012
FLUIDUM III, Galerie K4, Prague, Czech Republic.
Projektinfo
Im Rahmen des Artist-in-Residence-Programms Q21/MuseumsQuartier möchte ich ein Drehbuch schreiben, das die Themen meines fortlaufenden Projekts F0 – F6 (2017–heute) weiterentwickelt.
1956 beauftragte Oberst Karel Hartl die Entwicklung einer neuen Diensthunderasse für die tschechoslowakische Grenzwache durch die Kreuzung eines Hundes mit einem Wolf. Der Beginn des Zuchtprogramms datiert auf den 26. Mai 1958, als im Zwinger der Grenzwache in Libějovice in Südböhmen fünf Welpen aus der Verbindung der Wölfin Brita und des Deutschen Schäferhundes Cézar aus Březový háj geboren wurden. Damit entstand die erste Generation (F1) einer Zucht, deren Ziel es war, eine neue nationale Hunderasse zu schaffen.
Der Tschechoslowakische Wolfshund verkörpert für mich die Grenze eines nicht mehr existierenden Staates – ein unbekanntes Wesen, das kein Wolf mehr und noch kein Hund ist. Dieses historische Ereignis bildet den Ausgangspunkt für meine Auseinandersetzung mit Fragen von Identität, Territorium und dualistischem Denken.
Ich gehe davon aus, dass fast jede:r in der Kindheit irgendwann davon geträumt hat, Pferde auf dem Balkon zu halten, Delfine in der Badewanne oder einen Tiger zu zähmen. Manche Menschen haben jedoch versucht, solche Vorstellungen Wirklichkeit werden zu lassen.
Das Drehbuch erzählt von einer Person, die auf ihrem Grundstück in einem kleinen Dorf ein Gehege für Tiere errichtet, die Wölfen täuschend ähnlich sehen. Eines Tages verschwindet der Besitzer spurlos.
In der Folge werden sowohl der verschwundene Besitzer als auch seine Tiere zu Projektionsflächen, deren Identität und Bedeutung ausschließlich durch die Deutungen und Interessen der Dorfbewohner:innen, Naturschützer:innen und der Familie des Besitzers konstruiert werden – ohne dass sie selbst eine Stimme haben.
Haben die Tiere ihren Besitzer getötet? Wurde er von den Nachbar:innen erpresst? Und was soll mit dem Rudel geschehen? Soll es eingeschläfert oder gerettet werden?
Vor diesem Hintergrund eröffnet das Drehbuch einen Raum für Fragen des Naturschutzes als Konfliktfeld sowie für die Auseinandersetzung mit der Romantisierung wilder Tiere, die unseren Blick erwidern.
Während der Residency möchte ich Kontakt zu Personen aufnehmen, die sich privat mit der Haltung von Raubtieren beschäftigen und sich zugleich für deren Erhalt einsetzen. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für diese Thematik zu gewinnen, da sich die Herangehensweisen je nach geopolitischem Kontext Mitteleuropas deutlich unterscheiden.