Augustin Cupșa
Key Facts
Augustin Cupșa (geb. 1980 in Rumänien) studierte Psychiatrie in Bukarest und arbeitete als Psychiater in Bukarest und Paris.
Sein erster Roman „Perforatorii“, der 2006 erschien, wurde mit dem Opera-Prima-Preis des Rumänischen Schriftstellerverbands bei der National Patronage Gala ausgezeichnet. Darüber hinaus qualifizierte ihn das Werk für die Teilnahme an den Jeux de la Francophonie 2009 in Beirut in der Sparte Literatur, wo er Rumänien vertrat. Außerdem veröffentlichte er zwei Erzählbände: „Profesorul Bumb și Macii Suedezi“, der bei der Gala der jungen Schriftsteller 2011 für den Preis für die beste Prosa nominiert wurde, sowie „Marile bucurii și marile tristeți“ („Die großen Freuden und die großen Traurigkeiten“). Letzterer wurde im Rahmen des Traduki-Übersetzungsprogramms ins Serbische übersetzt (Velike radosti i velike tuge) und war bei der vierten Ausgabe der Gala Bun de Tipar 2014 für den Preis in der Kategorie Belletristik nominiert.
Im Jahr 2013 erhielt er ein Schreibstipendium im Internationalen Haus der Autorinnen und Autoren in Graz. Einige seiner Kurzgeschichten wurden in rumänische Anthologien aufgenommen und ins Albanische, Ungarische, Schwedische, Hebräische, Türkische, Englische, Slowenische und Serbische übersetzt.
Sein jüngster Roman „Așa să crească iarba pe noi“ („So möge das Gras über uns wachsen“, 2017) wurde für den Literaturpreis der Europäischen Union, die PEN Rumänien Preise, den Literaturclub „Nepotu’ lui Thoreau“, die Cărturești-Buchhandlungen sowie den „Constantin-Țoiu-Preis“ des Rumänischen Schriftstellerverbands nominiert.
Als Drehbuchautor gewann er 2006 beim Transilvania International Film Festival den HBO Romania Prize für ein Kurzfilmdrehbuch. Anschließend erhielt er für die Jahre 2006/07 ein Drehbuchstipendium der European Alliance for Television and Culture in Genf. Er arbeitete mit HBO an der rumänischen Adaption der Originalserie „BeTipul“ mit, die unter dem Titel „În derivă“ von 2010 bis 2012 ausgestrahlt wurde. Gemeinsam mit anderen Autorinnen und Autoren schrieb er das Drehbuch zu „Ceață“ („Nebel“, 2017), das den Hauptpreis beim Festival Premiers Plans d’Angers, beim Internationalen Filmfestival Message to Man in Sankt Petersburg sowie eine besondere Erwähnung der Jury beim Internationalen Filmfestival Brüssel erhielt. Außerdem war er Mitautor von „Fructe necoapte“ („Unreife Früchte“, 2020).
Im Jahr 2021 veröffentlichte der Verlag Humanitas eine überarbeitete und erweiterte Ausgabe seines Erzählbandes „Marile bucurii și marile tristeți“.
Projektinfo
Mein neuer Roman widmet sich der Frage der Identität im Kontext der heutigen Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union und ihrer Verbindung zu den Begriffen Heimat, Herkunft und Zugehörigkeit. Heute leben nahezu fünf Millionen Rumäninnen und Rumänen außerhalb der Landesgrenzen. Es handelt sich um die größte europäische Auswanderungsbewegung seit jener der Iren zu Beginn des 20. Jahrhunderts – ein regelrechter Aderlass an Menschen. Die Geschichte basiert zum Teil auf meinen persönlichen Erfahrungen des Lebens und Arbeitens im Ausland. Darüber hinaus wird sie dokumentarische Elemente enthalten und die Erfahrungen vieler anderer Menschen einbeziehen. Ziel ist es, die Vorstellungen von Verwurzelung und Rückkehr in die Heimat wie ein Puzzle zusammenzusetzen. Der Roman spielt in einer sehr traditionellen Region Europas – im Süden Rumäniens –, die von Diskriminierung, Missbrauch und häuslicher Gewalt geprägt ist. Vor diesem Hintergrund untersucht er, was Herkunft und Zugehörigkeit heute bedeuten und wie sich die Erfahrung von Migration auf die eigene Identität auswirkt.