Ana Kun
Key Facts
Einzelausstellungen
2021: Metreage, performance with a drawing, White Cuib (artist run space), Cluj-Napoca, RO
2020: ← FRAGIL →, Indecis (artist run space), Timișoara, RO
2019: Guten Tag! Mugur Călinescu, collaboration with TypopassageTM, Typopassage Type Museum, Tinereții Bridge Passage, Timișoara, RO
2017: Mulți oameni, multe lucruri (Many People, Lots of Things), Studio Alert (artist run space), Bucharest, RO
2016: Pa&Pu (Goodbye & Goodluck), Pygmalion Gallery, Timişoara, RO
2015: The Absolute Pig and the Healing Map of Circus Dreitausend, Circus Dreitausend (artist run space), Karlsruhe, DE
2014: IS THIS A PICTURE OR AM I SUPPOSED TO READ IT?, Luis Leu (artist run space), Karlsruhe, DE
Balamuc Gruppenprojekte
2019: AER (AIR, collective zine), ArtEncounters Biennial (the Publication Platform section), Timişoara, RO
2018: Norma Globulară (The Globular Norm), Mad(e) in Romania Political Festival, Pygmalion Gallery, Timișoara, RO
2017: În Linii Mari // Caiete de Schițe (On Broad Strokes // Sketchbooks), ArtEncounters Biennial, as Independent Guest, Balamuc studio, Timișoara, RO
2017: Norma d’Lux (The Norm Deluxe, book and show), Pygmalion Gallery, Timișoara, RO (ISBN 9786067260625)
2014: Micul Dejun al Supereroilor (The Breakfast of Superheros), Balamuc studio, Timișoara, RO
Zephyr Gruppenprojekte
2019: Suggestion for the (Next) Day, ArtEncounters Biennial, Corneliu Miklosi Museum of Transport, Timişoara, RO
Gruppenausstellungen
2021: The apocalypse of the white elephant, curators Mălina Ionescu, Denise Parizek and Mirela Stoeac-Vlăduți, Garrison Command Timișoara, RO
2021: I feel something, don’t know what, curators Magda Kardasz and Diana Marincu, Zachęta Project Room, Warsaw, PL and Art Encounters Foundation, Timișoara, RO
2021: Show & Tell, no 1, curator George Roșu, Artă Non Stop (artist run space), Sibiu, RO
2020: Collecting Dust (S-alege prafu’) as part of Double Decker, an online project by Sandwich II, Bucharest
2020: Jurnal de Virus (Virus Diary) by Dan Perjovschi with Alina Andrei, George Roșu, Ana Kun and guests, White Cuib (online), Cluj-Napoca, RO
2019: Deserted. What happened before might happen again by Maria Trabulo, curator Pieternel Vermoortel, invited as guest artist, Galeria Municipal do Porto, Porto, PT
Projektinfo
Little Vienna
Ich möchte Wien im Verhältnis zu meiner Heimatstadt Timișoara erforschen, die zur Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie als „Little Vienna“ bezeichnet wurde. Als jemand, der in Timișoara geboren wurde und dort lebt, habe ich das Gefühl, dass diese Identitätszuschreibung meine Beziehung sowohl zu Timișoara als auch zu Wien auf eine Weise geprägt hat, die ich erst noch verstehen möchte. Diese Residency möchte ich nutzen, um diesem Zusammenhang kritisch nachzugehen.
Ist dieser sentimentale Beiname, der sich in meiner Heimatstadt seit über hundert Jahren hält, lediglich ein unreflektiertes Erbe, Ausdruck lokaler Schwärmerei oder Teil des Stadtmarketings? Welche Verbindung besteht heute zwischen der österreichischen Hauptstadt und einer Stadt am Rand des ehemaligen Habsburgerreichs – sei es im kollektiven Bewusstsein oder in der Populärkultur? Wie wird die Kolonisierung und Eingliederung im 18. Jahrhundert durch das damalige Kaiserreich von den Menschen wahrgenommen, die heute in dessen ehemaliger Hauptstadt leben? Steht die Kunst, die damals in Wien entstand, in irgendeiner Beziehung zu dem Mythos meiner Heimatstadt?
Mich interessiert jedoch nicht nur die Vergangenheit. Ebenso möchte ich die heutigen Migrationsbewegungen untersuchen, indem ich mit Rumänen und Rumäninnen und anderen Menschen in Kontakt trete, die in Wien leben oder arbeiten. Ich gehe davon aus, dass sich viele Fragestellungen erst während meines Aufenthalts entwickeln werden. Mich interessieren die gegenwärtigen Einstellungen zum ehemaligen Habsburgerreich und zu seinen alten „Altlasten“ – sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn.
Diese offene Recherche möchte ich sowohl in formellen als auch in informellen Begegnungen durchführen. Das Ergebnis soll eine Sammlung von Zeichnungen und Texten sein. Es geht mir dabei nicht darum, eine einheitliche Aussage zu formulieren, sondern vielmehr darum, ein historisch gewachsenes und emotional besetztes Thema auf kritische und zugleich humorvolle Weise zu beleuchten.