Der Chronist eSeL (Lorenz Seidler) dokumentiert seit der Eröffnung des MuseumsQuartier im Jahr 2001 das Geschehen am Areal. Anlässlich des Jubiläums 25 Jahre MQ taucht er mit dem Projekt „MQ Memories“ in die lebendige Geschichte des MQ ein und legt Erinnerungen, Legenden und gemeinsame Momente frei.
Das Projekt erzählt von großen Visionen und schrägen Momenten, ungewöhnlichen Geschäften, Hausträumen, Tieren, Protesten und eröffnet neue Blicke auf die Dächer des MuseumsQuartier.
Der Parcours aus 19 Plakaten erstreckt sich über das gesamte Areal und lädt Besucher:innen dazu ein, ihren eigenen persönlichen MQ Memories nachzuspüren.
In den ehemaligen Hofstallungen gallopiert die Gegenwart ...
Kaum vorstellbar, aber wahr: Einst trappelten 2.400 Pferdehufe über das MQ Areal. In den kaiserlichen Hofstallungen waren rund 600 Pferde und 200 Karossen untergebracht. Wo heute im MQ Freiraum Kunst gezeigt wird, standen einst die Pferde des Kaisers. Ganz verloren hat das MQ seine Liebe zu Tieren aber nie. Mehr dazu auf dem Plakat „MQ Memories: Tiere im MQ“.
Temporärer Rollrasen zur Impulstanz-Eröffnung (MQ Haupthof, 9.7.2013) Foto: eSeL
Roll Up Rasen fürs Festival-Picknick ...
2013 wurde der MQ Haupthof zur Eröffnung von ImPulsTanz für kurze Zeit zur grünen Festivalwiese: Ein temporärer Rollrasen veränderte den Platz und lud zum Sitzen, Liegen und Verweilen ein. Mehr grüne MQ Momente gibt es auf dem Plakat „Heiß auf Grün“ zu entdecken.
Der Weg zum heutigen MQ war von Debatten, Visionen und Widerständen geprägt. Vor allem die geplanten Gebäudehöhen sorgten für Kritik und Protest. Es formierte sich sogar eine Bürgerinitiative. Wie sich das Areal über die Jahrzehnte verändert hat, von Kriegsschäden über „imaginierte Gebäudehöhen“ bis zum heutigen MQ, zeigt das „MQ Memories“ Plakat „Über Dächern im MQ“.
Die Kunst im MQ ist überall, auch an Orten, die man erst entdecken muss: Bruce Naumans Arbeit „Audio-Video Underground Chamber“ von 2004 besteht aus einer leeren Betonkammer, die außerhalb des mumok vergraben liegt. Kamera und Mikrofon übertragen Bild und Ton auf einen Bildschirm im mumok. Das Werk thematisiert u.a. die Umkehrung von Innen und Außen sowie die Verborgenheit und Unzugänglichkeit von Räumen. Mehr „Hidden Art im MQ“ gibt es hier zu entdecken:
Feridun Zaimoglu „KanackAttack“ (Fassade Kunsthalle Wien, 2005) Credit: Kunsthalle Wien Foto: Steve Wyckoff
Provokation für Patrioten ...
„Meine Sache ist die Nische nicht“, sagt der Deutsch-Türke Feridun Zaimoglu, „meine Sache ist die offensive Gegenattacke.“ Zaimoglu verhüllte die Fassade der Kunsthalle Wien nicht, indem er sie verschwinden ließ, sondern indem er sie mit Hunderten türkischen Fahnen unterschiedlicher Größe in ein türkisches Zelt verwandelte. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Die Installation sorgte für heftige öffentliche Diskussionen. Mehr Protestaktionen im MQ zeigt das Plakat „MQ Memories: Protest Kultur“.
Bei der Eröffnung des ImPulsTanz Festivals 2013 wurde das MQ kurzerhand zum Catwalk. Tänzer Trajal Harrell und seine Crew brachten mit ihrer Voguing-Performance die Tanzfläche zum Beben und erteilten den Besucher:innen die „License to Party“. Was das MQ sonst noch musikalisch zu bieten hatte, zeigt das Plakat „MQ Memories: Music For Masses“.
L.O.M.O. (Laurids und Manfred Ortner), Leseturm, 2020
Ein Turm aus Ideen…
Kaum ein Bauprojekt hat Wien so polarisiert wie der Entwurf für das MuseumsQuartier. Die Kronen Zeitung sprach vom „Museumsmonster“, Bürgerinitiativen liefen Sturm, internationale Expertinnen und Experten meldeten sich kritisch zu Wort. Im Zentrum der Debatte stand der 67 Meter hohe Leseturm, ein markantes Wahrzeichen ohne klare Funktion. Bald wurde das Konzept als Ganzes in Frage gestellt, der Leseturm sollte fallen. Mehr Visionen zeigt das Plakat „MQ Memories: Visionen im MQ“.
Hoch hinaus beim Hof Kunst Fest: Für ihre eigens zum 25-jährigen MQ Jubiläum entwickelte Performance machte Doris Uhlich das gesamte MuseumsQuartier zur Bühne – vom Dach der ehemaligen Winterreithalle über das mumok bis hinunter in den Haupthof. Die luftige Inszenierung war dabei Teil des Konzepts: Architektur, Geschichte und Gegenwart des Areals verschmolzen zu einer einzigen Bühne. Mit Sattel und Pferdeschwanz spielte Uhlich zugleich auf die Vergangenheit des MQ als kaiserliche Hofstallungen an. Mehr besondere Stages im MQ zeigt das Plakat „MQ Memories: Luftige Bühnen“.
Pierre & Gilles „Vive La France“ (2006) Plakatmotiv für „Nackte Männer“ (Leopold Museum, 2012) Foto: eSeL
Erregung in der Öffentlichkeit ...
Ausstellungen zum Thema Nacktheit hatten sich bislang vorrangig mit Bildern unbekleideter Frauen beschäftigt. Im Herbst 2012 zeigte das Leopold Museum mit „Nackte Männer. Von 1800 bis Heute“ eine längst überfällige Ausstellung zu Vielfalt und Wandel in der Darstellung nackter Männer. In einem groß angelegten Bogen thematisierte die Ausstellung unterschiedliche künstlerische Zugänge, konkurrierende Männlichkeitsmodelle und den Wandel von Körper-, Schönheits- und Wertvorstellungen. Mehr nackte Haut im MQ gibt es auf dem Plakat „Sex Sells“ zu sehen.
Der Übersichtsplan zeigt auf einen Blick, wo die 19 MQ Memories-Plakate am Areal zu finden sind. Als Download verfügbar, ist er der ideale Begleiter für eine Entdeckungstour durch das MQ.
eSeL ist seit 1998 eine der zentralen Plattformen für Kunstinteressierte und Kulturschaffende in Wien. Für alle, die bereits tief in der Kunstszene stecken, und jene, die wir erst noch dafür begeistern möchten. Als digitale Kulturplattform vernetzen wir Künstler:innen, Museen, Institutionen und das Publikum; niederschwellig, neugierig und mit kritischem Blick.
Erster Besuch, Lieblingsplatz, besondere Begegnung oder unerwarteter Augenblick: Das MuseumsQuartier ist voller persönlicher Geschichten. Unter #MQMemories können diese Erinnerungen geteilt werden.
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