Freier Eintritt
Am 30. Juli liest Elias Hirschl aus seinem neuen Roman „Schleifen“. Ihr Debüt gibt an diesem Abend Manuela Tomić, die ihr Werk „Franček“ präsentiert. Moderiert wird der Abend von Christine Scheucher.
Elias Hirschl „Schleifen“
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In Otto Mandl, einem genialen Mathematiker, findet die junge Franziska ihren Seelenverwandten. Sie lernt, sich mit Wörtern aus toten Sprachen gegen ihr Leiden zu immunisieren. Die beiden entwickeln eine absolute Sprachbesessenheit und forschen fortan und bis an alle denkbaren Grenzen gemeinsam nach der perfekten Sprache. „Schleifen“ ist ein großer, ein kluger Roman über die Macht und den Einfluss von Sprache auf unser Leben, der richtig Spaß macht beim Lesen. Immer wieder stellt sich bei Elias Hirschl das schier Unglaubliche als wahr heraus, und der Rest ist extrem gut erfunden.
Manuela Tomić „Franček“
Frau B. quält seit Monaten der Fratz. Er hockt auf ihren Geschmacksrezeptoren und schlemmt, klopft wie ein Specht ihren Adamsapfel ab und springt ihr ab und an vor die Augen. Seit sie der Fratz martert, hockt sie im Reihenhaus mit Frau Wahl, Wachtmeisterin und Hebamme, der Katzenfrau, dem Arzt und dem Anwalt. Ihre große Liebe, der Weiberheld, will vom Fratz nichts wissen. Doch der Fratz scheint unausweichlich. Er setzt in Frau B. ein bosnisches Familientrauma in Gang, das schon ihren Großvater geplagt hat. Erinnerungen an die Osmanen, die Habsburger und den Krieg fließen mit Kinderwünschen und weiblicher Zerstörungswut ineinander. Frau B. will den Fratz gebären. Eines Abends aber taucht in ihren Träumen der kleine Franček auf und Frau B. findet sich im Gerichtssaal wieder. Franček, der Debütroman von Manuela Tomić, liest sich wie ein fabelhafter Fiebertraum im surrealistischen Gewand und wahnsinnigen Wendungen. Im Wieser Verlag ist 2024 ihr Kurzprosa-Band Zehnfingermärchen erschienen, in dem sie sich ebenfalls mit ihrer jugoslawischen Familiengeschichte und dem Ankommen in einem fremden Land lyrisch auseinandersetzt.
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