Über uns

Chronik

Geschichte und Entstehung: Von den Hofstallungen zu einem der weltweit größten Kunst- und Kulturareale
Das heutige MuseumsQuartier hat eine bewegte Geschichte. Zwischen dem Beginn des Baus der kaiserlichen Hofstallungen Anfang des 18. Jahrhunderts, der späteren Nutzung als Messe- und Ausstellungsgelände und der Eröffnung des MuseumsQuartier Wien im Jahr 2001 liegen fast 300 Jahre.

Eine Chronologie

1713
Auftrag Kaiser Karls VI. an Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723) zur Errichtung eines Hofstallgebäudes am Glacis vor dem äußeren Burgtor, wo sich bereits der kaiserliche „Geflügel-Hof" mit einem großen Garten befindet.

1719
Beginn der Bauarbeiten. Der Idealplan - als Vorbild dient Fischer von Erlachs Rekonstruktion der „Domus Aurea Neronis" - sieht u.a. Stallungen für 600 Pferde, einen „Wagenschupfen" für 200 Karossen- und Galawagen, ein Amphitheater für die ZuschauerInnen von „Carousel´s" im großen Hof und eine Pferdeschwemme vor.

1722
Fischer von Erlachs Sohn Joseph Emanuel übernimmt die Bauleitung. Er ändert die Pläne seines Vaters, der am 5. April 1723 stirbt, leicht ab.

1725
Fertigstellung der Hauptfront. Die Hofstallungen erweisen sich schon bald als zu klein.

1809
Die Franzosen unter Napoleon I. belagern Wien. Die Hofstallungen dienen ihnen als Bollwerk: Durch Beschießung von der Stadt aus werden der Marstall und die dahinter liegenden Häuser am Spittelberg schwer beschädigt. Ab 1815 werden die Stallungen renoviert.

1850 - 1854
Kaiser Franz Joseph I. lässt die Hofstallungen von Leopold Mayer umgestalten und erweitern. Die Winterreitschule im klassizistischen Stil und eine Sommerreitbahn kommen hinzu.

1874

Kaiserin Elisabeth lässt im Sattlerhof eine Manege errichten. In der Oktogonalen Reithalle nimmt Elisabeth im Frühjahr 1875 bei Elise Petzold, Kunstreiterin im weltberühmten Zirkus Renz, Reitstunden.

1918
Nach dem Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie wird ein Großteil der Bestände versteigert.

1921
Die Wiener Messe nutzt die Hofstallungen als Ausstellungsgelände. Hinter der Winterreithalle wird eine große Halle errichtet. 1922 entsteht die Bezeichnung „Messepalast".

1940 - 1945
Im Messepalast finden Propagandaveranstaltungen statt.

1946
Die Wiener Messe nimmt ihre Tätigkeit wieder auf, es kommt zu weiteren Um- und Zubauten, die zum Teil provisorischen Charakter haben. Im Haupthof werden in der Folge zwei große Hallen errichtet.

1977

Als Standort für die Sammlung Ludwig wird der Messepalast ins Spiel gebracht.

1982
Diskussionen um die Nutzung des Messepalastes.

1983
Wissenschaftsminister Heinz Fischer gibt das Konzept für ein Kulturforum in Auftrag.

1985
Erstmalige Nutzung des Areals für kulturelle Zwecke durch die Wiener Festwochen.

1986
Ausschreibung der ersten Stufe eines Architekturwettbewerbs. Zwingend unterzubringen waren unter anderem eine Ausstellungshalle und das Museum Moderner Kunst.

1987

Unter 88 eingereichten Projekten ermittelt die Jury sieben PreisträgerInnen, darunter die Brüder Laurids und Manfred Ortner.

1989
April: Wissenschaftsminister Erhard Busek spricht sich für die Errichtung des Kulturforums bis zur geplanten Weltausstellung 1995 aus.
September: Busek bezeichnet das Areal erstmals als „MuseumsQuartier". Der Schwerpunkt des neuen „enthistorisierten" Konzepts liegt nunmehr auf zeitgenössischer Kunst und Kultur.

1990
April: Die Jury empfiehlt einstimmig den Ortner-Entwurf zur Ausführung. Er sieht unter anderem zwei Türme (einen schlanken mit elliptischem Grundriss für die Bibliothek und einen zylindrischen für Büros) vor.
Juni: Der Nationalrat beschließt die gesetzliche Grundlage für die Einrichtung der MuseumsQuartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft. Als Geschäftsführer werden Dr. Günter Bischof und Dr. Dieter Bogner bestellt. Aufsichtsratsvorsitzender wird Sektionschef Dr. Franz Loicht, der diese Funktion bis 2007 innehat.
Juli: Es formiert sich eine BürgerInneninitiative gegen das geplante Projekt mit u.a. Bernhard Lötsch, dem Maler Arik Brauer, dem Journalisten Günther Nenning.


1994
Juli: Der Nationalrat beschließt das „Bundesgesetz über die Finanzierung des Erwerbs der Sammlung Leopold". Der „Leseturm" sorgt ab nun für hitzige Debatten: Die Grünen und das Liberale Forum sprechen sich für den Bau aus, die Sozialdemokraten dagegen: Sie plädieren für eine „sanfte Revitalisierung" des Areals.


1995
Dritte Redimensionierung: Die Kubatur ist gegenüber dem Wettbewerbsprojekt um die Hälfte verkleinert, der Turm gekappt, die maximale Höhe beträgt 24 Meter. Das MUMOK verliert ein Stockwerk, die Grundfläche ist um 25% kleiner. Die Neuplanung beginnt.
Absiedlung der Wiener Messen auf das Pratergelände. Architekt Manfred Wehdorn wird als Spezialist für die Adaptierung denkmalgeschützter Bauten zur Planung hinzugezogen. Nach langen Auseinandersetzungen fällt die Entscheidung gegen den als architektonisches Zeichen geplanten Leseturm. Es starten Pilotprojekte zur kulturellen Nutzung (Architekturzentrum Wien, Kunstraum, Depot, Kindermuseum, Public Netbase u. a.).


1996
Der Ministerrat billigt das Besiedelungskonzept, das einen „bunten Nutzungsmix", ein „offenes Besiedelungskonzept" und „kulturelle Vielfalt statt monothematische Repräsentation" vorsieht.
1997
Baubewilligung und positiver Bescheid des Denkmalamts. Im Dezember erfolgt der Spatenstich.
1998
Baubeginn
1999
August: Dr. Wolfgang Waldner übernimmt die Alleingeschäftsführung der MuseumsQuartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft (MQ E+B).
Oktober: Dachgleiche der Neubauten (Leopold Museum, mumok, Kunsthalle Wien, Halle E+G).
2001
Jänner: Übergabe der Neubauten an die künftigen Nutzer zur Einrichtung, Möblierung und Besiedelung.
Juni: Abschluss der Bauphase I. Offizielle Eröffnung des MQ durch Bundespräsident Thomas Klestil, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Bildungs- und Kulturministerin Elisabeth Gehrer, Bürgermeister Michael Häupl.


2002

Sommer: Der Künstler Josef Trattner entwirft im Auftrag der MQ E+B riesige Schaumstoffobjekte für das Areal, die BesucherInnen nutzen sie begeistert. Die Geschäftsführung der MQ E+B lädt daraufhin zu einer Ideenfindung für vielseitige Sitzmöbel für die MQ Höfe ein. Sieger wird das Architektenteam PPAG mit ihrem Hofmöbel „Enzi".
September: Abschluss der Bauphase II d.h. Renovierung des historischen Fischer-von-Erlach-Trakts und Errichtung des Q21 (Eröffnung am 13. September).
November und Dezember: Die von der MQ E+B konzipierte Programmschiene „Winter im MQ" findet zum ersten Mal statt. Die Hofmöblierung „Enzis" von PPAG zieht in Form von „Iglus" ins MQ ein, ca. 2 Mio. Areals-BesucherInnen pro Jahr.


2003

1. Mai: Die von der MQ E+B konzipierte Programmschiene „Sommer im MQ" findet zum ersten Mal statt.
Oktober: Renovierung der Räume im Mittelrisalit (Barocke Suiten).


2004

Juni: Aufgrund von Frequenzzählungen werden 2,5 Millionen MQ-BesucherInnen pro Jahr errechnet. 95% der BesucherInnen sehen das MQ als Bereicherung für die Stadt.
Das MQ E+B initiiert das Literaturfestival O-Töne in den MQ Höfen.
Oktober: Fertigstellung MQ West, Breite Gasse. DSCHUNGEL WIEN Theaterhaus und Glacis Beisl feiern Eröffnung.
Abschluss der Bauphase III


2005
Juli: das designforum Wien zieht ins Q21 ein.
November: die MQ Hofmöbel „Enzis" werden im Rahmen des „Winter im MQ" erstmals zum sogenannten „Eispalast" zusammengebaut. Im Inneren schenken die MQ Gastronomen Punsch aus.


2006
5 Jahre MuseumsQuartier Wien. Bereits über 3 Millionen BesucherInnen jährlich. Ideenwettbewerb „MQ 2020": Die MQ E+B lädt zu einem offenen Gedanken- und Ideenaustausch über die Zukunft des MQ und Veränderungen für das Kulturareal ein.
Mai: Auf Initiative der MQ E+B wird die erste künstlerisch gestaltete Passage für Kunst im öffentlichen Raum, die TONSPUR_passage, eröffnet. Die visuelle Raumgestaltung stammt von Esther Stocker.
August: Der 100. Künstler des Artist-in-Residence Programms des Q21 zieht ein.


2007
3,4 Mio. BesucherInnen jährlich.
April: Die „AiR base" wird eröffnet und bietet den internationalen KünstlerInnen des Artist-in-Residence Programms des Q21 Raum, ihre in Wien realisierten Projekte zu präsentieren.
September: 5 Jahre Q21, über 50 kulturelle Einrichtungen, mehr als 200.000 BesucherInnen pro Jahr.
Die KABINETT comic passage mit einem Deckengemälde von Stéphane Blanquet wird eröffnet.


2008
3,6 Mio. BesucherInnen jährlich, 1,3 Mio. BesucherInnen in den kulturellen Einrichtungen.
Der Sommer im MQ wird durch das digitale Filmfestival „frame[o]ut" erweitert.
Jänner: das Quartier für Digitale Kultur (QDK) formiert sich im Q21 und widmet sich dem Aufbau und Betrieb eines Zentrums für Digitale Kultur in Wien.
September: Eröffnung der STREET ART PASSAGE VIENNA mit einer permanenten Kunstinstallation des Street Artists „Invader".

2009
Juni: Der 200. Artist-in-Residence zieht ins Q21 ein.
Juli: Das ZOOM Kindermuseum feiert seinen 15. Geburtstag.
September:Start der Programmreihe „freiraum Q21 INTERNATIONAL". Zum ersten Mal findet die MQ VIENNA FASHION WEEK im Q21 statt.
November: Eröffnung der Typopassage Wien mit einer permanenten Deckengestaltung von Alex Trochut.


2010

November: Sechs Eispavillons sorgen für ein gänzlich neues Erscheinungsbild des „Winter im MQ" und lösen den Eispalast ab.


2011

Juni: Das MuseumsQuartier feiert Ende Juni sein 10-jährige Jubiläum.
Oktober: Dr. Christian Strasser übernimmt die Geschäftsführung der MuseumsQuartier Errichtungs- und Betriebsgesellschaft (MQ E+B).


2012
Mai: Eröffnung der Meteoritenpassage im MQ Eingang beim Volkstheater in Kooperation mit dem Naturhistorischen Museum Wien. Künstlerische Gestaltung: Ecke Bonk
Juni: Eröffnung des „MQ Summer of Fashion“ mit Kulturministerin Dr. Claudia Schmied und Dr. Andreas Mailath-Pokorny, Amtsführender Stadtrat für Kultur und Wissenschaft von Wien. Im Rahmen des „MQ Summer of Fashion“ widmen sich erstmals ein Großteil der im MQ beheimateten Kulturinstitutionen sowie Kultureinrichtungen in ganz Wien einem Generalthema: Mode. Von Juni bis September finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt, die mehr als 10.000 BesucherInnen begeistern.
November: das MuseumsQuartier zählt 4 Millionen BesucherInnen


2013
März/September: im Rahmen des Kunstprojekts „Passagen/Passagiere“ werden in Kooperation mit Kulturinstitutionen des MQ sowie externen Partnern erstmals die zahlreichen Ein- und Durchgänge des MQ ins Zentrum gerückt und zu temporären Bühnen
8. Mai: „SommerÖffnung“ im MuseumsQuartier: erstmals freier Eintritt in alle MQ Institutionen von 17 bis 22 Uhr sowie zahlreiche kulturelle Veranstaltungen in den MQ Höfen.
Juni: Start „MQ Festivalsommer“ mit der Eröffnung des 30. „ImPulsTanz“ Festivals im MQ Haupthof, 10 Jahres-Jubiläum „O-TÖNE“ Lesungen, „Performance T Theater-Tanz-Tripleact“-Produktionen u.a.
Oktober: Eröffnung der LITERATURpassage am Eingang Mariahilfer Straße als mittlerweile sechste Themenpassage im MuseumsQuartier. Das „Lesezimmer der Stadt“ wird von Elena Messner und Eva Schörkhuber kuratiert. Künstlerische Gestaltung: Johanna Kandl.
Infoscreens in allen Eingängen geben den BesucherInnen ab sofort einen schnellen Überblick über die kreative und kulturelle Vielfalt des Areals sowie das umfangreiche Programm.
November: erstmals findet im Rahmen des „Winter im MQ“ eine künstlerische Live-Performance statt. Der Vorreiter der New Yorker Street-Art Bewegung John Fekner gestaltet gemeinsam mit seinem Partner Don Leicht die Außenhüllen der Eispavillons im MQ Haupthof.


2014
April: Eröffnung des neugestalteten „MQ Point“. Das neue Konzept sorgt für eine klarere Orientierung für Kunden und Mitarbeiter, durch die bewusste Kontrastierung zum alten Gebäude wird die Wahrnehmung und Markenbildung des MQ Point unterstützt.
April: Im Rahmen eines Pressegesprächs wird das geplante Projekt „MQ Libelle“, ein Veranstaltungsraum sowie eine Terrasse am Dach des Leopold Museums der Öffentlichkeit präsentiert.
Juni: Eröffnung des „MQ Summer of Sounds“. In Kooperation mit den zahlreichen Kunst- und Kulturinstitutionen im MuseumsQuartier sowie externen Partnern finden von Juni bis Ende September Ausstellungen, Konzerte, Workshops, Performances, Installationen und viele weitere Veranstaltungen zum Thema Klang statt.

2015
April: Unter dem Titel „Electric Spring“ wird am 16. und 17. April in Kooperation mit der Stadt Wien und der Kunsthalle Wien ein neues Musikfestival als Plattform für die neue, heimische Elektronik-Musik-Szene stattfinden.
April: Unter dem Titel „Electric Spring“ findet am 16. und 17. April in Kooperation mit der Stadt Wien und der Kunsthalle Wien ein neues Musikfestival als Plattform für die neue, heimische Elektronik-Musik-Szene statt. 
Mai: Im Rahmen des Eurovision Song Contest (ESC) werden im Zuge einer Gemeinschaftsaktion von ORF und MQ 40 Stück der international bekannten MQ Hofmöbel von 40 österreichischen KünstlerInnen gestaltet, dabei wird jedem ESC-Teilnehmerland ein Sitzmöbel gewidmet. Die Kunstwerke werden zu Gunsten von „Nachbar in Not Nepal“ und „Licht ins Dunkel“ versteigert.
September: im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „Die Projektemacher*innen“ – Szenen des Entwerfens“ in Kooperation mit der Stadt Wien und dem Verein „Science Communications Research“ ist im MuseumsQuartier Wien erstmals der Anfang von Projekten live zu erleben. Den Auftakt machen der designierte neue Intendant der Wiener Festwochen Tomas Zierhofer-Kin, seine Dramaturgin Nadine Jessen (Kampnagel Hamburg) sowie der Regisseur und Dramaturg Johannes Maile (u. a. WUK, donaufestival).
November: Künstlerische Neugestaltung des „Eispavillons“ im Rahmen des „Winter im MQ“. Im Zuge eines Kunstwettbewerbs werden verschiedene Graphic Design Artists eingeladen, einen Gesamtentwurf zum Thema „winterliches Ambiente“ für alle sechs Pavillons zu kreieren. Die Auswahl erfolgt durch das Q21 sowie Leopold Museum und Kunsthalle Wien und fällt auf den Künstler Anton Burdakov.

2016
März: Auszeichnung der MQ Kampagne „Winter im MQ 2015“ bei der CCA-Gala in der Kategorie „Illustration“ mit der begehrten goldenen Venus sowie Place Marketing Award 2016 beim „Place Marketing Forum 2016“ in Aix-en-Provence à das MuseumsQuartier wird aus insgesamt 400 Projekten weltweit ausgewählt und gewinnt in der Kategorie „Sector-Specific Marketing / Place Branding and Brand Strategy” für seine Leistungen im „Place Marketing“ sowie die Maßnahmen zur „Attraktivierung eines Standortes“.
April: Musikfestival „Electric Spring“ wird fortgesetzt à der Schwerpunkt liegt dieses Jahr auf Spielarten elektronischer Musik zwischen Pop, Clubdancefloor, Noise und Avantgarde
Oktober: der ansonsten unzugängliche, spektakuläre MQ Dachboden der ehemaligen barocken Hofstallungen verwandelt sich für die Ausstellung „The Invisible Show“ mit Austrofred (26.10. bis 20.11.) in ein Museumsareal „en miniature“. Zu sehen sind die Arbeiten sieben KünstlerInnen, die „unsichtbare Kulturproduktionen“ in ihren fotografischen oder filmischen Fokus nehmen.
November: bei der Verleihung der Europäischen Kulturmarken-Awards in Berlin im Rahmen derer die besten Marketingstrategien von Kulturanbietern ausgezeichnet werden setzt sich das MuseumsQuartier Wien als Gewinner in der Kategorie „Preis für Stadtkultur 2016“ gegen die Lutherstadt Wittenberg Marketing GmbH und das Stadtmarketing Kiel durch.