SUBOTRON electric MEETING : Zwischen allen Fronten – die digitale Glücksspielindustrie

(c) Subotron

Date: Fri, Apr 27 2012 19:00-22:00

SUBOTRON electric MEETING : Zwischen allen Fronten - die digitale Glücksspielindustrie

Datum:
Fr 27.04., 19h
Ort: Raum D / quartier21
Eintritt frei!

Prof. Dr. Müller-Lietzkow
Medienorganisation und Mediensysteme, Universität Paderborn

In den letzten 17 Jahren ist neben der Computer- und Videospielindustrie ein neuer Gigant erwacht, den nur die wenigsten der Kernindustrie digitaler Spiele zurechnen, die Online Glücksspielindustrie (Online Gambling). Feiert die Computer- und Videospielindustrie derweil die unglaublichen Entwicklungen der Onlinespiele (Online Gaming, insbesondere MMOGs und Social Gaming), wird dieses Feld nahezu ignoriert. Mit einem globalen Umsatzvolumen von knapp 26 Mrd. Euro, einem hoch brisanten sich permanent ändernden Rechtsrahmen, einem jährlichen Wachstum von ca. 15-20%, einer gesellschaftlich ambivalenten Stellung, nicht zu leugnenden Suchtproblemen bis hin zu einer ethisch normativen Einordnung fristet die Online Glücksspielindustrie ein Schattendasein. Dabei werden vor allem durch diese Formen digitaler Spiele riesige Weltmärkte angesprochen (insb. Asien).

Der Vergleich zwischen Film- (Glanz und Glamour) und Pornoindustrie (Schmuddelkind) liegt in diesem Zusammenhang sicherlich nicht fern, aber ist er gerechtfertigt? Betrachtet man z. B. die Website des deutschen (Berliner) Unternehmens Game Duell, finden sich zahlreiche kleine Spiele, die auch in sonstigen Spielesammlungen zu finden sind. Auch Online Casinos und Online Poker finden in zahlreichen Social Gaming Portalen Eingang, werden aber hart kritisiert, wenn der Spieleinsatz reales Geld ist.
Viele Fragen sind offen, z. B. welche Rolle spielt das digitale Momentum bei den Onlineglücksspielen? Welche Rolle spielt das Konzept des Vertrauens in dieser Industrie?

Im Rahmen des Vortrags soll eine erste Annäherung an dieses Phänomen gewagt werden. Dabei werden sowohl Aspekte der wissenschaftlichen Forschung als auch der marktbestimmenden Faktoren und Rahmenbedingungen berücksichtigt. Auf dieser Basis können die Zuhörer sicherlich selber abwägen, ob der gewagte Vergleich zwischen Film- und Pornoindustrie angebracht erscheint oder nicht. Im Anschluss an den Vortrag soll im Rahmen einer Diskussion auch auf den Vergleich von Online Gaming und Gambling eingegangen werden.

Kurzbiografie
•* 1970
•Bankkaufmann in Düsseldorf
•Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal
•Studium an der Deutschen Trainerakademie Köln
•Promotion in Bamberg; Mitarbeit am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, insb. Personalwirtschaft und Organisation (Prof. Dr. Dodo zu Knyphausen-Aufseß)
•Habilitationsprojekt in Jena; Assistent an der Professur für Kommunikationswissenschaft, mit dem Schwerpunkt Ökonomie und Organisation der Medien (Prof. Dr. Wolfgang Seufert)
•Seit 1.4.2008 Paderborn Professur für Medienorganisation und Mediensysteme am Institut für Medienwissenschaft
•Seit 18.02.2009 Prodekan der Fakultät für Kulturwissenschaften


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