mumok kino: Séances: Performing Film

Julien Duvivier, Henri Lepage, La Machine à refaire la vie, 1924 (c) Collection Cinémathèque française

Date: Wed, Mar 14 2012 - Wed, May 23 2012,

mumok kino
Séances: Performing Film

Datum: Mi 14., 21., 28. und Do 29.03., 19h
Mi 04., 18., 25.04., 19h
Ort:
mumok kino
Tickets:
€ 6,-

Die Gastkuratoren Eric de Bruyn und Sven Lütticken zeigen interessante Beispiele zeitgenössischer KünstlerInnen, die Filmprogramme zusammengestellt haben und diese oft in Zusammenhang mit ihren Ausstellungen sehen.

Programm:  

Mi 14.03.
Einführung

Mi 21.03.
Drei Stufen der Kinematografie: Théâtre du Vieux Colombier, 21. November 1924

Mi 28. und Do 29.03.
Albert Oehlen und Christopher Williams

Mi 04.04. 
Kino der Attraktionen, Reprise

Mi 18.04.
Rendez-vous mit Offenbach: Joseph Cornell und Marcel Broodthaers 

Mi 25.04.
Paul Chan: What Can 1 Know? What Ought 2 Do? What May 3 Hope For?

Mi 16.05., 19h
Wendelien van Oldenborgh: Séance of Production

Mi 23.05., 19
Eva Meyer & Eran Schaerf

Zeitgenössische KünstlerInnen organisieren oft Filmvorführungen oder stellen Filmprogramme zusammen - sowohl in Kunsträumen als auch in Kinos und gerne in Verbindung mit ihren Ausstellungen. Einige der interessanteren Beispiele dieser weit verbreiteten Praxis können auch als Reflexion der Filmvorstellung als eines Mediums oder vielmehr als eines Modells künstlerischer Praxis angesehen werden, die versucht, über die vorherrschenden und häufig kritisierten Formen des Filmkonsums hinauszugehen. So gesehen erinnern diese Vorführpraktiken an historische Versuche, alternative Vermittlungsstrategien zu erforschen, und verwandeln das Screening in ein performatives Ereignis. Solche Screenings zielen darauf ab, unmittelbar auf die Gegenwart einzuwirken, indem sie die Vergangenheit in dem Versuch, andersartige Beziehungen zwischen Publikum und Leinwand zu ermöglichen, reformulieren.

Für die historische Untersuchung unterschiedlicher Vorführpraktiken wurde der französische Begriff séance übernommen, der die Bedeutung "Sitz" oder "Sitzung" hat und dabei in einem allgemeinen Sinne sowohl auf öffentliche Versammlungen, etwa eines Parlaments oder einer Regierung, als auch auf Film-Screenings anspielt - une séance de cinéma.

Die Vorführung als Ereignis und die Vergangenheit als Archiv: Das sind die beiden Pole, zwischen denen diese Serie von Screenings oszilliert.
In einer von DVDs und Online-Streamings geprägten Post-Séance-Kultur wird die Art und Weise der Filmbetrachtung neuerlich rekonfiguriert. Eine historische und theoretische Untersuchung der séance erscheint daher heute umso notwendiger.

(Eric de Bruyn & Sven Lütticken)


www.mumok.at