Kunst im öffentlichen Raum
Das MuseumsQuartier Wien als öffentlich zugänglicher Kunst-, Lebens- und Schaffensraum ist ein idealer Ort, um Kunst nicht nur in den verschiedenen Kulturinstitutionen und Ausstellungsräumen zu zeigen sondern auch in den großen Freiflächen des Areals. So findet im MuseumsQuartier das ganze Jahr über ein umfangreiches Kultur- und Veranstaltungsprogramm in den Höfen statt, von Lesungen, über Filmfestivals, Tanzperformances, bis hin zu Ausstellungs- und Skulpturenprojekten.
Das Areal wird von allen Seiten durch Passagen erschlossen. Langgestreckte Tonnengewölbe, deren Planung in die Barockzeit zurückreicht, verbinden die einzelnen Höfe miteinander. Auf Initiative des quartier21 wurden etliche dieser stark frequentierten Passagen von einfachen Durchgängen zu neuartigen Räumen der Kunst verwandelt. Die Passagen sind Ausstellungsorte im öffentlichen Raum, die jeweils speziellen Kultursparten (Comic Art, Klangkunst, Street Art, Typografie) gewidmet sind. In bislang vier Themenpassagen kann somit zeitgenössische Kunst unmittelbar und unentgeltlich von den BesucherInnen erlebt werden.
TONSPUR_passage
Mit der TONSPUR_passage, gelegen zwischen dem MQ Eingang in der Nähe des Volkstheaters und dem MQ Haupthof, wurde im Mai 2006 erstmals ein permanenter Spielort für Klangkunst in Wien geschaffen. International einzigartig in dieser Form, werden seither von wechselnden KünstlerInnen jährlich mehrmals Klangarbeiten für den Passagenraum entwickelt und realisiert. Die mehrkanaligen, das übliche Stereobild aufhebenden Kompositionen erschaffen faszinierende Klangarchitekturen und begehbare Tonräume. Die visuelle Raumgestaltung stammt von Esther Stocker. Die kuratorische Leitung der Reihe „TONSPUR für einen öffentlichen raum" hat Georg Weckwerth inne, Peter Szely ist für die Klangregie verantwortlich.
KABINETT comic passage
Die KABINETT comic passage befindet sich im Durchgang zwischen Mariahilferstraße und Fürstenhof und wurde im September 2007 eröffnet. Heinz Wolf und Nicolas Mahler präsentieren in wechselnden Ausstellungen internationale Comic-KünstlerInnen, die sich mit den unterschiedlichsten Ausformungen der Wort/Bild-Kombination beschäftigen. Eine Publikation zur jeweiligen Ausstellung kann in einem Automaten vor Ort erworben werden. Das Deckengemälde der Passage wurde von Stéphane Blanquet entworfen, die Umsetzung übernahm das Atelier UrbanWagner.
STREET ART PASSAGE VIENNA
Die STREET ART PASSAGE VIENNA wurde im September 2008 eröffnet und wird von 401RUSH aka Nicholas Platzer kuratiert. Zugänglich von der Breite Gasse ist sie die Brücke vom Spittelberg - einem Zentrum der Wiener Street Art-Szene - zum Kulturareal des MQ. Dieser öffentliche Raum lebt von seinem wechselnden Ausstellungsprogramm internationaler und lokaler Street Art-KünstlerInnen sowie von einer begleitenden Publikationsreihe. Das Street Art-Magazin „betonblumen" wird jeweils von den ausstellenden KünstlerInnen gestaltet, erscheint im Verlag Schlebrügge.Editor und kann direkt an einem Automaten vor Ort erworben werden. Unter dem Titel „Invaded Bridge" konzipierte der Street Art-Künstler Invader eine permanente Installation; während ein anderer Teil der Passage von BUSK gestaltet wurde.
Typopassage Wien
Als vierte Themenpassage im MQ widmet sich die Typopassage Wien seit November 2009 dem wichtigsten und zugleich kleinsten Kulturmedium, dem Schriftzeichen. Dieses „Mikromuseum für Gestaltung von und mit Schriftzeichen" präsentiert in wechselnden Ausstellungen zeitgenössische typografische Positionen. Das Kommunikationsdesignbüro „bauer - konzept & gestaltung" kuratiert und betreut die Reihe, in denen unterschiedliche Arbeiten den Prozess einer typografischen Gestaltung von der ersten Idee bis zum finalen Schriftsatz vermitteln. Begleitend dazu kann ein KünstlerInnenkatalog erworben werden. Die permanente Gestaltung des Deckengewölbes stammt von Alex Trochut, dessen Arbeit sich zwischen Typografie und Illustration bewegt.