Elfenkleid gehört zu den Labels, die schon seit der ersten Fashion Week in Wien jährlich ihre neue Kollektion präsentieren. Sandra Thaler und Annette Prechtl designen mittlerweile seit elf Jahren im Team, und das überaus erfolgreich. Weit über die Grenzen Wiens ist das Duo für Eleganz, raffinierte Schnitte, schmeichelnde Stoffe und anmutige Kreationen bekannt, und das immer mit einer gewissen Leichtigkeit und Lebensfreude als Kernelement, die das Label Elfenkleid für seine Trägerinnen bedeutet. Neben den berühmt-berüchtigten Hochzeitskleidern, in denen sich schon so einige Verliebte das Ja-Wort gaben, versprühen auch die ready-to-wear Kollektionen neben Alltags-Chic eleganten Charme, der seinesgleichen sucht. Ich traf die beiden Designerinnen zum kurzen Gespräch, wenige Tage vor der Show, um über die Fashion Week zu plaudern und dem elfenhaften Erfolgsgeheimnis auf den Zahn zu fühlen.
Was die Designerinnen an der Fashion besonders schätzen, ist die Professionalität, die hier an den Tag gelegt wird. Die Organisation wird gelobt, und stellt jedes Jahr ein Highlight für Sandra Thaler und Annette Prechtl dar, die ihre Kollektionen meist exklusiv in Wien präsentierten. Ihre Show im Rahmen der Fashion Week spiegelt das wieder, was das Label ausmacht, nämlich werden sowohl ihre ready-to-wear Kollektion als auch die traumhaften Abend- und Hochzeitskleider präsentiert.
“Begonnen haben wir ja nicht mit Hochzeitskleidern, das hat sich mit der Zeit relativ natürlich ergeben. Wir haben die Chance gesehen, uns auf eine moderne Art und Weise mit dem Thema Hochzeitsmode auseinanderzusetzen.”
Modern ist ein gutes Wort im Kontext von Elfenkleid. Das trifft nämlich sowohl auf die Schnitte zu, als auch auf die Gesamtkonzepte, die in den Kollektionen verarbeitet werden, die von cool, über elegant bis traumhaft reichen und eben immer einen bestimmten Charakter verliehen bekommen. Individuell und leicht sind ihre Designs, und auf gar keinen Fall an dominanten Trends orientiert, die sich sowieso permanent ändern.
“Derzeit geht der Trend wieder hin zu mehr Haute Couture, zu edleren Designs im Gegensatz zu Street Wear. Aber das macht für uns eigentlich keinen Unterschied, wir haben unseren Stil, der von Anfang an eher in Richtung edel ging.”
Wie lassen sich nun die beiden Ansätze verbinden, die ready-to-wear Kollektion und die traumhaften Abend- und Hochzeitskleider? Designed wird gemeinsam, man arbeitet ausgesprochen harmonisch im Team, wo wir wieder beim Erfolgsrezept des Duos wären. Und ebenso harmonisch sind auch die beiden Kollektionen, die parallel entstehen, aufeinander abgestimmt, und das nicht mal absichtlich, es ergibt sich einfach. Und an einem bestimmten Punkt fließen beide Kollektionen ineinander über, traumhafte Kleider, die man gerne zu besonderen Anlässen tragen würde, ganz abseits vom großen Tag, und detailreiche Stücke aus der ready-to-wear Kollektion, die dann doch auch eine gewisse einzigartige Anmut versprühen. Was diesen Herbst den beiden Kollektionen ganz konkret gemeinsam ist, sind die Stickereien, die immer wieder als übergreifendes Thema zu finden sind.
“Es ist spannend, wie unsere Kollektionen miteinander agieren. Es erzeugt Spannung. Wir arbeiten gut im Team, es gibt bei den Entwürfen keine klare Arbeitstrennung, jeder bringt Designs ein, und aus Meinungsverschiedenheiten ergeben sich oft sehr interessante Entwürfe.”
Und warum harmonieren Sandra Thaler und Annette Prechtl nun so gut? Mit einem Augenzwinkern weist man auf Alter und besonders Erfahrung hin, die den beiden ihre Zusammenarbeit erleichtern. Es gibt keinen Selbstverwirklichungsdrang, wie sie meinen, sondern die Arbeit selbst steht im Mittelpunkt.
Eine letzte Frage: Es muss doch toll sein, für den “schönsten Tag im Leben” einer Kundin ein Kleid bereitzustellen?
“Ja, das ist wirklich schön. Du machst Menschen glücklich mit den Kleidern. Es ist eine außergewöhnlich persönliche Interaktion zwischen uns und den Kundinnen, es braucht oft sehr viel Feingefühl. Aber die Mühe lohnt sich. Es ist jedoch oft ein sehr schmaler Grat zwischen den Wünschen der Kundinnen und dem, was Elfenkleid ausmacht. Aber meist ergibt sich das schlussendlich von selbst.”
Fotos (c) Elfenkleid auf der MQ Vienna Fashion Week 2012: ready-to-wear und Black & White




