Wie ist die MQ Vienna Fashion Week entstanden?
Elvyra Geyer: Aus dem Wunsch mehr Mode in Wien zu sehen und vor allem aufgrund der Nachfrage!
Maria Oberfrank: Ich hatte 2005 das Combinat gegründet, eine Kombination aus Shop, Showroom, Labor und Galerie, so multifunktional wie möglich. Danach organisierte ich eigene Modeschauen mit den im quartier21/MQ beheimateten modequartier-Institutionen – die „modequartier-Fashionshows“. Diese waren sehr erfolgreich und von Jahr zu Jahr wurden daraus mehr Shows, Abende und Besucher … bis wir schließlich aus allen Nähten platzten. Wir merkten: Wien benötigte endlich eine Fashion Week, um das heimische Modepotential auch international positionieren zu können. Paris, Milano, etc. sind etabliert und unvergleichbar. Da ich mit meinen zukünftigen kongenialen Partnerinnen Elvyra und Zigi schon etliche Male Modeschauen gemacht hatte, war es nun Zeit für einen neuen Schritt. 2009 ging meine Vision einer Fashion Week in Wien nach langen Vorbereitungen endlich in Erfüllung und mit dem MuseumsQuartier haben wir den besten Kooperationspartner und Standort.
Zigi Mueller: Nachdem wir für das Combinat mehrere Saisonen hintereinander Fashion Shows mit bis zu 12 Designern gemacht haben und der Gedanke in unseren Köpfen, dass eine Fashion Week in Wien schon längst überfällig ist da war, haben wir beschlossen uns über dieses Projekt zu trauen. Wien war Ende des 19. Jahrhunderts eine Fashionmetropole, die Modesalons wurden in einem Atemzug mit Paris und London genannt und das ist für die entfernte Zukunft unser Ziel.
Wer ist für welchen Bereich zuständig und wie sieht die Arbeit in diesem Bereich aus?
Elvyra Geyer: Konzepte, Kreative Entscheidungen und natürlich die Fashion Shows.
Maria Oberfrank: Ich bin für den künstlerisch-kreativen Part verantwortlich und weiß als Designer was gebraucht wird.
Zigi Mueller: Ich bin für die Produktion und Sponsoring des Events zuständig.
Dieses Jahr wird vermehrt österreichisches Design auf der Fashion Week gezeigt. Warum ist euch die Förderung heimischer Designer so wichtig?
Elvyra Geyer: Wien als Modestandort war schon in den 20er Jahren sehr beliebt, es gibt viel kreatives Potenzial. Aber Designer haben es im eigenen Land immer am schwersten.
Zigi Mueller: Wenn österreichisches Design bekannt wird, wird es auch gekauft und dies kurbelt wiederum die Wirtschaft an. Wir hatten und haben immer super Designer in Österreich und diese soll man auch kaufen.
Maria Oberfrank: Es geht nicht um Förderung, sondern ausschließlich um Awareness! Designer brauchen eine Bühne und die Medien, um ihre Arbeit im perfekten Umfeld & Rampenlicht zu zeigen und inszenieren zu können und somit das Interesse des Publikums zu wecken und den Erfolg zu generieren.
Wie seht ihr die Modeszene in Österreich?
Zigi Mueller: Up and Coming.
Maria Oberfrank: Sie boomt! Und heimisches Design findet immer mehr Fans, die nicht einfach dem internationalen Modediktat folgen wollen, sondern auf Individualität bedacht sind und sorgsam wählen.
Elvyra Geyer: Es gibt eine große Szene und diese umfasst jede Art der Mode von Prêt-à-porter bis Couture und ökologische Mode ist alles vertreten.
Auch internationale Designer aus Italien, Thailand, Ungarn und anderen Ländern werden vertreten sein. Worauf achtet ihr bei der Auswahl der ausländischen Designer?
Elvyra Geyer: Die Auswahl von internationalen Designern unterliegt den gleichen Kriterien wie die von österreichischen Designern – die Mode muss gut sein, egal welche Richtung!
Zigi Mueller: Wir achten dabei auf Kreativität, Qualität und Internationalität.
Maria Oberfrank: Es muss spannendes Design sein.
Welche Designer/Mode tragt ihr privat am liebsten?
Zigi Mueller: Querbeet. Aber am liebsten österreichische Mode.
Elvyra Geyer: Ganz unterschiedlich, von Casual bis Over-the-top, ich muss mich wohlfühlen! Meine Lieblings Designer sind: Michel Mayer, Pitour, Kayiko!
Maria Oberfrank: Meine eigene – PITOUR – natürlich.
Vervollständigt den Satz: Mode ist für mich …
Zigi Mueller: … mein tägliches Brot, davon lebe ich.
Maria Oberfrank: „Fashion is seasonal, Style is forever“
Elvyra Geyer: Bekleidung und Verkleidung – je nach dem.
Wie gestresst seid ihr jetzt, weniger als einen Monat vor der MQ VIENNA FAHION WEEK?
Maria Oberfrank: Nicht so schlimm, Einteilungssache.
Zigi Mueller: Es geht so, wir haben dieses Jahr ein großes Team von sehr kreativen, stressresistenten und intelligenten Praktikanten.
Elvyra Geyer: Tja, das in Worte zu fassen ist schwierig, aber ja, sehr.
Was macht euch an der MQ VIENNA FAHION WEEK am meisten Spaß? Worauf freut ihr euch?
Maria Oberfrank: Toll finde ich, den sich aufbauenden Hype zu verfolgen, wenn die Menschen auf ihren Look besonders achten und im Publikum modische Phantasie regiert. Am meisten freue ich mich auf die knisternde Spannung im Fashionzelt, wenn das Licht ausgeht und im Scheinwerferlicht die neuesten Looks der Designer erscheinen.
Zigi Mueller: Ich freue mich drauf, dass viele Fashionistas kommen, und diese auch selbst sehr fashionable sein werden.
Elvyra Geyer: Auf die Fashion Shows freue ich mich am meisten.
Danke für eure Zeit!
MQ VIENNA FASHION WEEK
12. – 16. September 2012
MQ WIEN / modequartier21
Ticket im MQ POINT oder über Ö-Ticket.
Teaserfoto (c) Jürgen Hammerschmid
